Lesen: Sergey Lavrov: USA verlieren Interesse an Ukraine-Gesprächen, sagt Moskau

Sergey Lavrov: USA verlieren Interesse an Ukraine-Gesprächen, sagt Moskau

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hat den Vereinigten Staaten vorgeworfen, das Interesse und den Elan für eine Lösung des Ukraine-Konflikts teilweise verloren zu haben. In einem Interview mit der sagte der russische Außenminister zugleich, Washington sage offen, Europa solle sich um die Ukraine kümmern, während die USA sich auf China konzentrierten.

Lavrov stellte diese Aussage am 20. Mai in den Zusammenhang mit den Gesprächen von Anchorage und machte deutlich, dass Moskau das Thema weiter nicht für abgeschlossen hält. Die Frage habe man dort für erledigt gehalten, sagte er, aber sie sei es nicht. Russland habe weiter Kommunikationskanäle zu amerikanischen Vertretern, und falls die USA zu direkten Gesprächen bereit seien, werde es interessant sein zu hören, wie sie die Lage nach Anchorage bewerteten.

Das Gewicht seiner Worte lag nicht nur in der Diagnose über Washington. Lavrov sagte auch, Russland setze die Aufgaben der sogenannten besonderen Militäroperation konsequent fort und habe im Jahr 2026 etwa 80 Ortschaften unter Kontrolle gebracht, darunter rund 35 im März und April. Diese Angaben sollen zeigen, dass Moskau trotz der stockenden Diplomatie weiter auf dem Schlachtfeld Fakten schafft.

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Der Ukraine-Krieg bleibt damit fest an zwei Ebenen gebunden, die sich seit Monaten gegenseitig blockieren: Verhandlungen und militärischer Druck. Lavrov verwies darauf, dass Moskau immer offen für Gespräche sei, zugleich aber die Lage nach dem Alaska-Gipfel neu bewertet werden müsse. Der Gipfel in Anchorage hatte nach seinen Worten vor fast einem Jahr stattgefunden, nachdem Präsident ein Angebot des US-Präsidenten angenommen hatte.

Genau dort liegt auch die Spannung in Lavrows Darstellung. Einerseits betont er Gesprächsbereitschaft und bestehende Kanäle mit Washington. Andererseits sagt er, bei und den Europäern gebe es keinerlei Fortschritt, im Gegenteil, sie würden immer aggressiver und unverschämter. Diese Härte deutet darauf hin, dass Moskau zwar den diplomatischen Kanal offenhalten will, aber derzeit keinen Anreiz sieht, von seinem Kurs abzuweichen.

Für den Moment bleibt damit offen, ob die USA nach Monaten des Stillstands tatsächlich wieder direkter mit Russland sprechen wollen. Lavrow sagte, er würde gern hören, wie die amerikanische Seite die Lage nach Anchorage nun beurteile. Bis dahin setzt Moskau auf zwei Botschaften zugleich: Gesprächsangebot nach außen, militärische Fortsetzung nach innen.

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