Der estnische E-Bike-Hersteller Ampler hat im Harju-Distrikt Insolvenz angemeldet. Nach Angaben von Kristian Maruste war ein zehnjähriger Mietvertrag für ein Büro in Berlin der Hauptgrund für die Zahlungsschwierigkeiten.
Ampler hatte seit mehr als 18 Monaten versucht, mit dem Vermieter neue Mietkonditionen auszuhandeln. Der Vermieter bestand jedoch auf einer Vertragsstrafe von 1,2 Millionen Euro, eine Forderung, die es nach Marustes Darstellung unmöglich machte, neue Investoren zu gewinnen. Als Hauptgesellschafter zog sich Urban Mobility zurück. Von der Insolvenz sind etwa 50 Beschäftigte betroffen, darunter Mitarbeiter in Deutschland und der Schweiz.
Für Ampler kommt der Schritt nach einer Phase, in der die Marke noch Aufmerksamkeit für ihre technisch unauffälligen E-Bikes bekam, bei denen Motor und Akku in das Design integriert sind. Bekannt wurde das Unternehmen auch mit Rädern, die sich per USB-C laden lassen, statt mit einem proprietären Anschluss. Im Sommer 2025 erhielt die Ampler Nova Pro einen Eurobike Gold Award.
Der Insolvenzantrag reiht Ampler in eine Serie von Krisen bei anderen E-Bike-Marken ein, nachdem bereits VanMoof und Cowboy unter Druck geraten waren. VanMoof wurde nach seiner Insolvenz später von einem neuen Investor gerettet. Für Ampler bleibt nun offen, ob sich aus dem Verfahren noch ein Neuanfang ergibt oder ob der Mietstreit in Berlin das Unternehmen endgültig ausgebremst hat.
