Volkswagen hat in China einen überraschenden Erfolg erzielt. Im ersten Quartal 2026 ist die Marke des Konzerns dort wieder an die Marktspitze zurückgekehrt, obwohl der Wettbewerb mit heimischen Elektroautobauern hart bleibt.
Der Konzern setzt in der Volksrepublik auf die Strategie „In China, für China“, um seine Position zu verteidigen. Bis 2030 will Volkswagen dort rund vier Millionen Fahrzeuge verkaufen. Für Oliver Blume ist das ein Beleg dafür, dass der wichtigste Einzelmarkt des Konzerns trotz des Drucks aus der Region noch nicht verloren ist.
Am Dienstagabend sprach Niedersachsen-Wirtschaftsminister Olaf Lies in der ZDF-Sendung von Markus Lanz über die Folgen des Iran-Kriegs für die deutsche Industrie, über das China-Geschäft von Volkswagen und über die Risiken rund um Taiwan. Der Krieg sei „wirklich fundamental“, sagte Lies. Deutschland brauche „dringender denn je (...) ein Stück Wirtschaftswachstum“. Er warnte, dass der Konflikt Gas teurer mache und dadurch „hohe Strompreise“ auslöse. „Das betrifft uns extrem“, sagte er.
Lies verband die Energiefrage mit der Sorge um den Standort Deutschland. „Deswegen müssen wir alle ein großes Interesse daran haben, dass es am Ende auch zu einer Verhandlungslösung kommt, die eine dauerhafte Stabilität gibt“, sagte er. Je länger der Konflikt dauere, desto schwieriger werde die Lage. Die wirtschaftliche Schwäche komme nicht nur von den hohen Kosten, sondern auch von den schwachen Ausfuhren, die die Industrie zusätzlich belasteten.
Mit Blick auf China zeichnete der frühere Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft ein ebenso nüchternes Bild. Jörg Wuttke sagte, vor Oktober, November und Dezember sehe er „da keine große Entspannung“. China leide zwar ebenfalls unter Inflation, doch „was China am meisten zwickt, ist im Grunde der Export“. Für Volkswagen ist das die entscheidende Kulisse: Der Konzern kämpft in China um Marktanteile gegen lokale Elektroautofirmen und versucht zugleich, seine Verkäufe bis 2030 auf etwa vier Millionen Fahrzeuge zu steigern.
Am meisten Spannung lag in der Sendung jedoch auf der Taiwan-Frage. Kerstin Münstermann sagte, sollte es nur zu einer Blockade von Taiwan kommen, „haben wir Probleme in der Wirtschaft“. Lies sprach von einer „unglaubliche Verunsicherung“ und verwies auf „unglaublich viele deutsche Unternehmen, europäische Unternehmen, die da sind“. Ein möglicher Konflikt würde viele Firmen treffen, weil sie auf Zwischenprodukte angewiesen seien. „Es trifft uns, weil wir auf die Zwischenprodukte angewiesen sind“, sagte er.
Hinzu kommt nach den Worten von Münstermann ein Vertrauensproblem in die politische Absicherung solcher Risiken. „Man traut Trump nicht. (...) In der deutschen Regierung ist man mittlerweile an einem Punkt, wo man die Kanäle nicht mehr hat“, sagte sie. Lies wiederum betonte, die Allianz mit den USA sei eigentlich „genau das, was zählt“. Wenn die Welt in dieser Frage nicht geschlossen auftrete und stattdessen ein Wanken sichtbar werde, mache ihm das „große Sorgen“.
Der Abend zeigte damit zwei sehr unterschiedliche, aber miteinander verknüpfte Realitäten: Volkswagen kann in China wieder vorne liegen, während die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen gleichzeitig rauer werden. Der Erfolg des Konzerns ist ein Signal der Stärke. Die Debatte um Krieg, Energiepreise und Taiwan zeigt aber, wie zerbrechlich dieses Umfeld bleibt.

