Lesen: Matthew Tkachuk jagt bei der WM den letzten fehlenden Titel im Trophäenschrank

Matthew Tkachuk jagt bei der WM den letzten fehlenden Titel im Trophäenschrank

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reist diese Woche mit zur IIHF-Weltmeisterschaft nach Fribourg und Zürich und bringt dabei etwas mit, das im amerikanischen Eishockey selten ist: einen Spieler, der bereits Gold bei den Olympischen Spielen und die vergangenen beiden Stanley-Cup-Titel gewonnen hat. Für Tkachuk ist das Turnier der letzte fehlende Edelstein in einem Trophäenschrank, der schon jetzt ungewöhnlich voll ist.

Der Stürmer, der im vergangenen Jahr die zu zwei aufeinanderfolgenden Stanley Cups führte und später in den Milan Games Gold holte, ist der prominenteste und erfahrenste Amerikaner im Aufgebot für die Titelverteidigung. Er wird in Zürich nicht nur als Leistungsträger auf dem Eis gebraucht, sondern auch als emotionaler Taktgeber in einer Mannschaft, die versucht, ein seltenes Stück Geschichte zu wiederholen. Tkachuk machte zuletzt im Pat McAfee Show klar, dass er die Reise nicht als Ausflug versteht. „Ich fahre nicht für einen Urlaub dorthin. Wir sollten uns besser eine Chance geben zu gewinnen“, sagte er. Über die nächste Herausforderung sagte er außerdem: „Für die Olympischen Spiele zu spielen und dann ein paar Monate später hierher zu gehen … wie könnte ich da nicht wieder dabei sein wollen?“

Dass Tkachuk nun überhaupt in diesem Kreis steht, hat mit einer langen amerikanischen Durststrecke zu tun. Kein US-Spieler hatte jemals einen Platz im exklusiven Club der IIHF erobert, weil Team USA bei Olympia und Weltmeisterschaft über viele Jahre hinweg keine Goldmedaille geholt hatte. Erst vor 12 Monaten brach dieses Muster. Genau deshalb trägt Tkachuk für die Amerikaner mehr als nur Punkteerwartung: Er verkörpert den Anspruch, dass der jüngste Erfolg kein Ausreißer bleibt.

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Auch die Konkurrenz reist mit eigenen Geschichten an. Kanada will nach dem Titel von 2023 wieder Weltmeister werden, während in der Turnierlandschaft schon früh Spannung entsteht: Die Spiele laufen parallel zu den Stanley-Cup-Playoffs und beginnen wegen der Zeitverschiebung zu unterschiedlichen Tageszeiten. Für Zuschauer und Teams ist das ein anderes Tempo als im Frühjahr, für Spieler wie Tkachuk aber vor allem eine weitere Bühne, auf der es um Gewicht, Rang und Erinnerung geht.

Im amerikanischen Kader richtet sich der Blick zudem auf . Der junge Angreifer hatte im Februar im Finalspiel um Gold bei der 2:1-Niederlage gegen Team USA mit sechs Schüssen aufs Tor die höchste Ausbeute des Spiels und kommt mit einer 115-Punkte-Saison bei den im Gepäck. Dass er zunächst zum Kapitän ernannt wurde, bevor sich spät entschied, zum Kader zu stoßen, unterstreicht, wie sehr sich die Rollen in diesem Jahr verschoben haben. Crosby hatte sich bei den Milan Games am Knie verletzt; in der Weltmeisterschaft des Vorjahres standen Crosby und Celebrini gemeinsam in einer Reihe, als Kanada im Viertelfinale überraschend an Dänemark scheiterte.

Auf der anderen Seite der NHL-Spitze steht . Sein letztes bedeutendes Spiel war am 17. Juni, als er nach dem zweiten Panthers-Triumph den Stanley Cup von NHL-Kommissar entgegennahm. Im September riss er sich am ersten Tag des Trainingslagers das vordere Kreuzband und das Innenband im rechten Knie. Seitdem verbrachte er das ganze Jahr mit Heilung und Reha. Für Florida endete damit ein Kapitel, für Tkachuk öffnet sich nun eines, in dem die Frage nicht lautet, ob er etwas gewonnen hat, sondern ob er noch den einzigen Titel nachholen kann, der in seiner Sammlung fehlt.

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