Union Berlin hat bei seiner ordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag im Stadion An der Alten Försterei eine Saison mit sportlichem Halt und knappen Zahlen nach oben gezogen. Der Männerbereich sicherte sich zum siebten Mal in Folge den Verbleib in der Bundesliga, die Frauen hielten die Klasse früh, und zugleich meldete der Klub für die Spielzeit 2024/25 Einnahmen von 191,66 Millionen Euro sowie einen Gewinn von 0,45 Millionen Euro.
Besonders sichtbar wurde die Entwicklung bei den Frauen: Ihre Heimspiele kamen in der vergangenen Saison auf insgesamt 106.627 Zuschauer, ein neuer Rekord in der Frauen-Bundesliga. Für Union ist das mehr als eine Randnotiz. Der Klub stellte damit nicht nur sportliche Stabilität, sondern auch wachsendes Interesse in einem Bereich unter Beweis, der in der deutschen Liga zuletzt an Zugkraft gewonnen hat.
Dirk Zingler stellte den Erfolg als Ergebnis eines anspruchsvollen Jahres dar. Das Ziel des Vereins sei es immer, mit seinen Mannschaften in der höchsten Spielklasse vertreten zu sein, sagte der Präsident. Ein Selbstläufer sei das angesichts erheblicher Wettbewerbsnachteile nicht. Mit der geplanten Stadionerweiterung, so Zingler, sollten erst die Bedingungen geschaffen werden, die einen längeren Bundesliga-Verbleib rechtfertigten. Er verwies zugleich darauf, dass auf dem Weg zum guten Endergebnis schwierige Phasen durchgestanden werden mussten. Heute blicke der Klub auf eine erfolgreiche Saison zurück.
Auch abseits der Tabellenstände sieht Union Fortschritte. Zingler hob hervor, dass sich die am Trainingszentrum Oberspree geschaffenen Bedingungen für das Nachwuchsleistungszentrum bereits sichtbar auszahlen. Vier Akteure feierten dort ausgebildet ihr Profidebüt: Mariann Noack, 15, Leona Seifert, 16, Linus Güther, 16, und Dmytro Bogdanov, 18. Der Verein sagte zudem, dass das Trainingszentrum Alte Försterei bis zum Jahresende fertiggestellt werden soll. Damit rückt eine weitere Infrastrukturmaßnahme in greifbare Nähe, die den Alltag beider Profiteams verändern soll.
Genau dort liegt auch die Spannung hinter der Bilanz. Union verweist auf sportlichen Erfolg, Rekordinteresse und ein knapp positives Ergebnis, spricht zugleich aber offen von deutlichen Nachteilen im Wettbewerb. Zingler sagte, der Klub sei auf dem Weg, die täglichen Trainings- und Arbeitsbedingungen für beide Profimannschaften spürbar zu verbessern und liege bislang im Zeit- und Kostenrahmen. Außerdem sei er überzeugt, dass gleiche Bedingungen für Männer und Frauen den Verein verändern und besser machen würden. Für Union ist die Mitgliederversammlung damit nicht nur Rückschau, sondern der Startpunkt für die nächste Phase eines Klubs, der seine Bundesliga-Zugehörigkeit nicht als Selbstverständlichkeit behandelt.
