Lesen: 20. Mai: Von Magdeburg bis Cher — ein Tag voller Geschichte

20. Mai: Von Magdeburg bis Cher — ein Tag voller Geschichte

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Der 20. Mai trägt in der Geschichte schweres Gewicht. An diesem Tag starben 1631 in Magdeburg nach der Eroberung der protestantischen Stadt durch Einheiten der Katholischen Liga etwa 20.000 Menschen. Magdeburg hatte damals schätzungsweise 35.000 Einwohner. Das Ereignis ging als Magdeburger Hochzeit in die Geschichte ein.

Fast vier Jahrhunderte später ist derselbe Kalendertag auch mit einem der Geburtstage verbunden, die weit über die Popkultur hinaus bekannt sind: wird am 20. Mai 80 Jahre alt. Die 1946 geborene Sängerin wurde mit Hits wie „Believe“ berühmt und gewann für ihre Rolle in „Mondsüchtig“ einen Oscar. Dass an einem Datum, das in der europäischen Geschichte für Zerstörung steht, zugleich eine der langlebigsten Figuren der Unterhaltung ihren Geburtstag feiert, ist mehr als eine Fußnote.

Der 20. Mai ist damit nicht nur ein Tag des Rückblicks, sondern auch ein Kalenderblatt, das unterschiedliche Epochen nebeneinanderstellt. Zu den weiteren historischen Markierungen gehört ein schweres Erdbeben in Antiochia im Jahr 526, bei dem zwischen dem 20. und 29. Mai Berichten zufolge bis zu 250.000 Menschen ums Leben kamen. Auch in der neueren Geschichte finden sich Spuren dieses Datums: 2011 endete am 20. Mai der letzte Handelstag auf dem traditionellen Frankfurter Handelsparkett. Seit dem 23. Mai 2011 läuft der Handel dort digital über das Xetra-System.

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Die Auswahl reicht noch weiter: 2006 wurde der Bau des umstrittenen Drei-Schluchten-Damms in China abgeschlossen, der als größtes Wasserkraftwerk der Welt gilt. Auf der Liste stehen zudem der Erfinder , der 1851 geboren wurde, , die 1896 starb, sowie , der von 1950 bis 1970 Präsident des Deutschen Sportbunds und von 1961 bis 1992 Präsident des Nationalen Olympischen Komitees war. wurde 2025 in Niedersachsen zum Ministerpräsidenten gewählt. Der 20. Mai ist damit ein Datum, an dem sich Vernichtung, Erfindung, Politik und Popgeschichte auf engem Raum begegnen.

Gerade das macht diesen Tag so auffällig: Er ist kein einzelnes Kapitel, sondern ein Schnittpunkt. Wer am 20. Mai zurückblickt, trifft auf das zerstörte Magdeburg, auf einen technischen und wirtschaftlichen Umbruch in Frankfurt, auf den Bau eines gigantischen Staudamms und auf Namen, die bis heute nachhallen. Der Tag bleibt deshalb weniger eine Randnotiz als ein fester Punkt im historischen Kalender.

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