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Northeim: Freiwilligendienste finden kaum noch Bewerber

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Im Landkreis Northeim werden Stellen für Freiwilligendienste immer schwerer besetzt. Kommunen und Einrichtungen vor Ort bestätigen einen landesweiten Rückgang der Nachfrage, und bei manchen Angeboten kommen inzwischen gar keine Bewerbungen mehr an.

bringt die Entwicklung auf den Punkt: Bis vor ungefähr fünf Jahren sei es noch relativ einfach gewesen, Stellen für ein zu besetzen. Heute, sagt sie, sei das deutlich schwieriger geworden. „Das ist aber immer schwieriger geworden, und auf unsere Stellenanzeigen gibt es manchmal überhaupt keine Reaktionen mehr.“

Betroffen sind vor allem das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr, die sich als Bildungs- und Orientierungsangebote an junge Menschen bis zum 27. Lebensjahr richten und in der Regel ein Jahr dauern. Auch der , der staatlich gefördert wird und unabhängig vom Alter offensteht, ist in Northeim und Umgebung von dem Rückgang erfasst. Richter sagte, dass eine Stelle zum 1. Juli oder 1. August für ein ganzes Jahr zu besetzen und entsprechend zu planen heute so gut wie gar nicht mehr vorkomme. Stattdessen würden Freiwilligendienste zunehmend genutzt, um kürzere Zeiträume zu überbrücken, etwa nach einem abgebrochenen Studienbeginn, wenn man sich noch einmal neu orientieren möchte.

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Die Leiterin beobachtet auch einen Wandel bei den Erwartungen junger Menschen. Schulabgänger versprächen sich von einem Auslandsjahr wichtige Erfahrungen für die persönliche Entwicklung, sagte Richter. Früher habe es die Auswahl unter mehreren Bewerbern gegeben, heute könnten sich die jungen Leute die besten Angebote selbst aussuchen. Für die Träger in der Region bedeutet das: Stellen werden oft erst zum Oktober besetzt, und dann manchmal nur für einige Monate.

Dass der Mangel kein Einzelfall ist, zeigt auch der Blick auf die in Northeim. Dort bestätigte den starken Rückgang der Bewerberzahlen für den Freiwilligendienst. Über die Gründe könne man derzeit nur spekulieren, sagte sie. „Woran das liegt, fragen wir uns auch.“ Sie vermutet, dass ein Jahr im Ausland verstärkt genutzt werde und es insgesamt weniger Interessenten für ein Freiwilliges Soziales Jahr gebe.

In Hardegsen ist die Lage besonders knapp. Nach Angaben von gibt es im Personalamt der Stadt derzeit lediglich eine Absolventin des Bundesfreiwilligendienstes für alle drei städtischen Kindertagesstätten. Eine weitere Stelle in der Jugendpflege und der Grundschule konnte bislang nicht besetzt werden, ebenso wenig eine Stelle im städtischen Wildpark. Damit wird aus dem allgemeinen Trend ein ganz praktisches Problem: Die Einrichtungen brauchen Helfer, finden aber immer seltener Bewerber, die sich für ein ganzes Jahr binden wollen.

Der Kern der Entwicklung ist klar. Freiwilligendienste bleiben für viele junge Menschen ein Weg zur Orientierung, doch ihr Stellenwert hat sich verschoben. Für die Einrichtungen im Landkreis Northeim heißt das nicht nur mehr Aufwand bei der Suche, sondern am Ende auch weniger Planungssicherheit für den Alltag in Kitas, Schulen und sozialen Angeboten.

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