Lesen: Zf Friedrichshafen prüft Rückkehr zur Eigenproduktion bei E-Motoren

Zf Friedrichshafen prüft Rückkehr zur Eigenproduktion bei E-Motoren

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prüft, ob der Konzern die Produktion von E-Motoren und Invertern wieder selbst aufnimmt. Damit steht eine Entscheidung auf dem Spiel, die erst im Sommer 2025 unter dem damaligen Vorstandschef gefallen war und nun erneut auf den Tisch kommt.

, der den Chefposten Ende September 2025 übernommen hat, sagte, die Frage werde in einer Sonderprüfung noch einmal bewertet. Er sprach von einer „Entscheidung im Schulterschluss mit der Arbeitnehmervertretung“ und nannte den Schritt später „Teil der ZF-Unternehmenskultur“. Für den Konzern ist das mehr als eine technische Kurskorrektur. Es geht um Arbeit, Kontrolle und Vertrauen in einer Zeit, in der ZF weiter tief umbaut.

Der Konflikt hat eine längere Vorgeschichte. Im hatte ZF angekündigt, bis 2028 in Deutschland zwischen 11.000 und 1 Stellen zu streichen. Im Sommer 2025 krachte es dann offen zwischen dem und Klein. Der hatte Mitte 2025 einen strategischen Plan gebilligt, der vorsah, E-Motoren und Inverter einzukaufen statt sie selbst herzustellen. Zuvor hatten hunderte Beschäftigte in den Werken Schweinfurt und Auerbach genau diese Teile produziert.

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Für die Arbeitnehmerseite war das ein Bruch. Die Stimmung war so weit abgekühlt, dass der Betriebsrat erklärte, das Vertrauen der Beschäftigten sei verloren. Nach Angaben von konnte ZF betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausschließen. sprach in diesem Zusammenhang davon, das Vertrauen sei „verloren“. Der Streit fiel in eine Phase, in der sich ZF ohnehin mit mehr als zehn Milliarden Euro Schulden, Kostensenkungen, Verkäufen von Geschäftsteilen und einer laufenden Restrukturierung herumschlägt.

Am Ende von September 2025 zog der Aufsichtsrat die Reißleine und ersetzte Klein durch Miedreich. Seitdem hat der neue Vorstandschef die Arbeitszeit breiter gesenkt, eine Lohnerhöhung verschoben und ein freiwilliges Programm gestartet. Jetzt prüft ZF, ob die eigene Fertigung von E-Motoren und Invertern doch wieder aufgebaut wird. Das ist ein Kurswechsel, aber kein Zurück zur alten Lage: Selbst wenn die Produktion im Haus bleibt, werden dafür zusätzliche Stellen wegfallen. Genau darin liegt die offene Rechnung des Konzerns — er korrigiert eine strategische Weichenstellung, ohne den Jobabbau zu beenden.

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