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Frankfurt Am Main: „Mädchen aus dem Main“ als Diana S. identifiziert

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Fast 25 Jahre lang war sie nur das „“. Jetzt haben Ermittler die tote Jugendliche als Diana S. aus identifiziert, und ihr Vater sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

Die und die teilten mit, der 67-jährige Mann sei vergangene Woche festgenommen und einem Richter vorgeführt worden. Die Behörden verdächtigen ihn, seine 16-jährige Tochter zwischen dem 28. und 31. Juli 2001 in der Familienwohnung in Offenbach getötet zu haben. Nach Angaben der Ermittler starb Diana S. an inneren Blutungen, nachdem ihr bei massiven Schlägen zwei Rippen gebrochen worden waren; die Verletzungen trafen Lunge und Milz.

Der Fall war im Oktober 2024 im Rahmen der Kampagne „“ öffentlich neu aufgerollt worden. Ermittler veröffentlichten damals eine Zeichnung und baten weltweit um Hinweise zu der unbekannten Toten und möglichen Tätern. Nach ihren Angaben brachten letztlich Informationen aus der Öffentlichkeit den Durchbruch und führten zur Identifizierung der Jugendlichen und des Verdächtigen.

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Die Leiche war nach Angaben der Ermittler nach der Tat in ein Leopardenmuster-Bettlaken gewickelt, verschnürt, an einem Sonnenschirmständer befestigt und in den Main in Frankfurt geworfen worden. Ein Spaziergänger fand das Bündel im Sommer 2001, doch über Jahrzehnte blieb die Identität des Mädchens ungeklärt. Erst jetzt wurde aus dem jahrzehntelang namenlosen Totenfall wieder ein konkretes Verbrechen mit einem Namen, einer Familie und einem mutmaßlichen Täter.

Auch die Obduktion zeichnete ein Bild jahrelanger Gewalt. Die Ermittler fanden zahlreiche Spuren körperlicher Misshandlung, darunter lange Narben und schief verheilte Arme nach Knochenbrüchen. Forensiker stellten außerdem Brandnarben am ganzen Körper fest, die möglicherweise von Zigaretten verursacht worden waren. Das Mädchen war 1,57 Meter groß, wog 38,5 Kilogramm und war nach Polizeiangaben nicht mehr Jungfrau.

Bei der Fesselung des Körpers spielten zudem sogenannte Nalas eine Rolle, gestreifte Stoffbänder, die in Pakistan, Afghanistan und Indien als Gürtel für weite Hosen verwendet werden. Genau dieses Detail hatte die Ermittler schon länger zu einem möglichen familiären Zusammenhang geführt. Mit der Festnahme des Vaters und der Identifizierung von Diana S. hat der Fall nun nach fast einem Vierteljahrhundert eine neue, und für die Ermittler entscheidende, Richtung bekommen.

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