Als die Temperatur in Chillán in der Nacht auf Montag auf -2,5°C fiel und der Frost die Stadt überzog, rückten am Morgen kommunale Teams und Carabineros aus, um Rucos zu räumen und Menschen in Situation von Obdachlosigkeit aus verschiedenen Teilen der Kommune zu verlegen. Der Einsatz lief während der Morgenstunden dieses Montags und führte unter anderem in die Plazoleta der Población Santa Filomena sowie in Bereiche der Avenida Argentina.
Ausgelöst wurde ein Teil des Vorgehens in Santa Filomena durch Beschwerden von Anwohnern, die auf hygienische Zustände und das Risiko durch die extreme Kälte hinwiesen. Auch dort erschienen Personal der Seguridad Municipal und Carabineros vor Ort, nachdem die Nachbarschaft Alarm geschlagen hatte. Am Ende des Tages war die Botschaft der Behörden dieselbe: Niemand sollte die Nacht auf der Straße verbringen, wenn es Hospederías und Unterkünfte gibt.
Lautaro Arias sagte, der Einsatz habe dazu dienen sollen, die Betroffenen auf die Notwendigkeit hinzuweisen, in die in der Stadt eingerichteten Hospederías und Albergues zu wechseln. Während der gleichen Aktion wurden auch Menschen aus den Bereichen der Avenida Argentina entfernt, wo sie sich weiterhin im öffentlichen Raum aufhielten. Der Einsatz fiel nicht in eine gewöhnliche Kältephase, sondern in eine Nacht mit Frost und einer Minimumtemperatur, die in Chillán am frühen Montagmorgen auf -2,5°C sank.
Der Vorgang ist auch deshalb brisant, weil er zeigt, wie sichtbar das Problem der Obdachlosigkeit in Chillán trotz regelmäßiger Kontrollen geworden ist. Nach Angaben der Gemeinde haben präventive Patrouillen und Bürgerbeschwerden neue Orte aufgedeckt, an denen Menschen in öffentlichen Räumen übernachten. Genau deshalb bleibt Código Azul in der Kommune aktiv. Es handelt sich um eine Notfallstrategie des Ministerio de Desarrollo Social, die bei extremer Kälte greifen soll, um Fälle von Hypothermie bei Menschen in Situation von Obdachlosigkeit zu verhindern.
Für Chillán ist der Einsatz damit mehr als eine punktuelle Räumung. Er ist ein Test dafür, ob die Stadt in Nächten mit Minusgraden Menschen rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich holt, bevor die Kälte zur medizinischen Notlage wird. Dass die Behörden am selben Vormittag erneut auf bekannte Hotspots wie Santa Filomena und Avenida Argentina treffen mussten, deutet darauf hin, dass der Bedarf an Schutzplätzen weiterhin dringlich bleibt.
Die wichtigsten Fragen richten sich nun darauf, ob die vorhandenen Hospederías und Albergues die Nachfrage in den kalten Tagen tatsächlich auffangen können und wie lange der Druck auf die öffentlichen Plätze anhält, solange die Frostlage in Chillán nicht nachlässt.

