Lesen: Ignacio Briones fordert offene Eigentumsanteile bei Codelco nach Audit-Affäre

Ignacio Briones fordert offene Eigentumsanteile bei Codelco nach Audit-Affäre

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Ein vorläufiges internes Audit bei hat 20.000 Tonnen Material als unregelmäßig hinzugefügt ausgewiesen. Die Menge half dem Bergbaukonzern demnach, seine Ziele im vergangenen Jahr zu erreichen und Produktionsboni an Führungskräfte auszuzahlen.

nutzte die Affäre am Dienstag in einem Interview mit , um die Lage des staatlichen Kupferriesen scharf zu bewerten. Codelco habe eine Schuldenlast, die so hoch sei, dass das Unternehmen als Privatfirma bereits pleite wäre, sagte er. Zugleich verwies er darauf, dass die Strukturprojekte des Konzerns viel mehr kosteten und deutlich länger dauerten als erwartet.

Briones stellte sich auch hinter die Idee, einen Teil von Codelcos Eigentum zu öffnen, damit das Unternehmen einem externen Marktcheck ausgesetzt wird. Sein Argument sei nicht ideologisch und auch nicht darauf angelegt, Geld einzunehmen, sagte er. Vielmehr gehe es darum, Codelco einem ständigen Test durch den Markt zu unterwerfen, um die Dinge besser zu machen, zum Wohl Chiles. „Yo por lo menos me cuadro en aquellos que son partidarios de abrir una parte de la propiedad de Codelco, porque los expones a una señal y evaluación externa permanentemente. Esto no es ideológico, no es para recaudar plata, es exponerse al mercado, a un test de mercado para hacer las cosas mejor en pos del bien de Chile“, sagte er.

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Die Aussagen fallen in eine Phase, in der das Unternehmen wegen der internen Prüfung unter Druck steht. Der Bericht, der bislang nur vorläufig ist, verbindet die fragliche Produktionsdarstellung mit Bonuszahlungen für Führungskräfte und rückt damit eine Frage in den Vordergrund, die über die buchhalterische Korrektur hinausgeht: Wie verlässlich sind die Steuerungs- und Kontrollmechanismen eines Konzerns, der für Chile von zentraler Bedeutung ist?

Briones fügte hinzu, die Lage werde in der Öffentlichkeit oft zu katastrophal gelesen. „el mundo real es más complejo“, sagte er. Zugleich betonte er, Codelco habe eine eigene Corporate Governance und dies sei „no es resorte de la administración de turno“. Am selben Tag hatte als künftigen Präsidenten des Codelco-Verwaltungsrats benannt; Briones wünschte Fontaine dazu „el mayor éxito del mundo“.

Der Streit um 20.000 Tonnen ist deshalb mehr als ein Rechenfehler in einem Audit. Er trifft ein Unternehmen, das schon wegen hoher Verschuldung, teurer Verzögerungen und Kostenüberschreitungen bei seinen Großprojekten unter Beobachtung steht. Für Codelco wird nun entscheidend sein, ob die laufende Aufarbeitung nicht nur die Zahlen bereinigt, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Führung wieder herstellt.

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