Deutschland hat das Testspiel gegen Dänemark in Köln mit 29:31 verloren. Vor 20.000 Fans in der Lanxess Arena kassierte die Mannschaft damit die nächste Niederlage gegen den alten Rivalen, während die dänische Männer handballnationalmannschaft den deutschen Fehlern mit Ruhe und Konsequenz begegnete.
Für Deutschland war es die Fortsetzung einer Serie, die schwer zu übersehen ist: Die letzten elf Spiele gegen Dänemark gingen alle verloren. Dass die Partie dennoch bis in die Schlussphase offen blieb, lag vor allem an Andy Wolff, der die deutschen Schwächen im Tor über weite Strecken überdeckte. Ohne seine Paraden wäre das Ergebnis aus deutscher Sicht wohl deutlich klarer ausgefallen.
Die schärfste Kritik kam nach dem Spiel von Claus Möller Jakobsen. Der frühere Rückraumspieler, der 121-mal für Dänemark auflief, nahm Bundestrainer Alfred Gislason bei TV2 Sport auseinander. Er sagte, er sei enttäuscht über die Einstellung der Deutschen vor den eigenen Zuschauern und sprach davon, dass Marko Grgic lustlos auf das Feld komme, drei technische Fehler mache und einen unsinnigen Wurf nehme. Jakobsen fügte hinzu, Deutschland sei nur wegen Wolffs Leistung noch im Spiel gewesen und er finde das äußerst besorgniserregend.
Der Däne ging noch weiter und stellte die Entwicklung der Mannschaft grundsätzlich infrage. Er sagte, er sehe keinerlei Entwicklung, Deutschland sei viel schwächer als bei der EM 2026 und es gebe nichts, was die besonderen Stärken der jungen Spieler fördere. Auch Juri Knorr nahm er ins Visier: Wenn Knorr auf dem Feld stehe, drehe sich alles um ihn, die anderen würden zu Statisten in einem Knorr-Zirkus.
Der Hintergrund ist klar. Deutschland holte im Januar Silber bei der EM, verlor dort das Endspiel gegen Dänemark und hatte schon 2024 im Olympia-Finale das Nachsehen. Trotz dieser jüngsten Titelkämpfe wirkt das Team für Beobachter wie Jakobsen nicht gereift, sondern festgefahren. Dass Dänemark in Köln ohne Mathias Gidsel, Magnus Saugstrup und Thomas Arnoldsen antrat, machte die deutsche Niederlage für ihn umso deutlicher.
Jakobsen kritisierte auch Gislasons Kurs über die aktuelle Partie hinaus. Der Vertrag des Bundestrainers läuft nach der Heim-WM 2027 aus, und Jakobsen sprach sich dafür aus, ihn nicht zu verlängern. Lasse Svan formulierte später einen ähnlichen Gedanken und sagte, die Mannschaft brauche etwas mehr taktisches Geschick und einen Trainer mit einem Konzept, von dem die Spieler überzeugt seien. Für Deutschland bleibt damit nicht nur die Niederlage in Köln stehen, sondern die Frage, ob dieser Kader unter Gislason wirklich den nächsten Schritt machen kann.

