Lesen: Borussia Dortmund Ii: Wiedenbrück wartet bis 17.26 Uhr auf das Bleiben

Borussia Dortmund Ii: Wiedenbrück wartet bis 17.26 Uhr auf das Bleiben

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hat sich an einem Nachmittag aus der Abstiegszone gerettet, an dem das eigene Schicksal weit über das eigene Spiel hinaus entschied. Als in der 2. Bundesliga um 17.26 Uhr feststand, dass in die 3. Liga abrutscht, feierte der Regionalligist den Verbleib. Für den Klub aus Ostwestfalen war das die späte Bestätigung eines Wartens, das bis zuletzt auf Kante stand.

Wiedenbrück hatte zuvor sieben Spiele lang nicht gewonnen und gegen nach einer Stunde schon 2:0 geführt, ehe die Partie am Ende 2:2 ausging. Dieses Remis machte den sportlichen Abstieg bereits unvermeidbar, auch wenn der Verein mit zwei Siegen zum Saisonabschluss noch auf Rang 16 kam. In der Tabelle reichte das nur noch für den Blick über die eigene Liga hinaus.

Der entscheidende Hebel lag in Düsseldorf. Wiedenbrück hoffte darauf, dass ein möglicher Abstieg der Fortuna-Profis aus der 2. Bundesliga die U23 noch mit nach unten reißen könnte. Die zweite Mannschaft der Fortuna gehörte seit 2009 ohne Unterbrechung zur vierten Ebene. Wäre die Profimannschaft in die Relegation gegangen, hätte sich die Entscheidung für Wiedenbrück bis zu den Spieltagen am 22. und 26. Mai ziehen können. Als Gegner in diesem möglichen Duell hätte als Dritter der 3. Liga bereitgestanden.

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Die Uhrzeit zeigte, wie sehr Wiedenbrück vom Parallelspiel abhängig war. Um 16.24 Uhr bedeutete der Halbzeitstand in der 2. Bundesliga noch, dass Düsseldorf in die Relegation müsste. Um 16.56 Uhr war Wiedenbrück bei noch etwa 25 Minuten Restzeit in Fürth zunächst gerettet. Um 17.26 Uhr war der Faden gerissen: Fortuna Düsseldorf rutschte in die 3. Liga, die U23 musste zwangsweise in die Oberliga absteigen, und Wiedenbrück stand endgültig als Verbleiber fest.

Der Hintergrund macht die ungewöhnliche Konstruktion des Tages deutlich. Wiedenbrück war sportlich schon abgestiegen, bevor die endgültige Ligatafel feststand. Zugleich hing der Verbleib am Ausgang einer anderen Saisonstelle, und an diesem Ende des Tabellenpuzzles blieben mehrere Aufstiegswege offen: Der Vizemeister der durfte direkt hoch, drei der vier Vizemeister der ebenfalls, und zwölf -Vizemeister spielten untereinander um einen einzigen Aufstiegsplatz. Für Wiedenbrück zählte am Ende aber nur, dass der eigene Fall durch den Düsseldorfer Absturz abgefangen wurde.

Der Abend zeigt, wie hart die Regeln der Ligen ineinandergreifen können. Ein 2:2 gegen Bonn hatte den sportlichen Abstieg besiegelt, doch der formale Sturz in die nächste Klasse wurde erst durch den späteren Verlauf in Düsseldorf final. Wiedenbrück blieb damit Regionalligist — nicht weil das eigene Resultat reichte, sondern weil sich anderswo die Tür schloss.

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