Hartmut Mehdorn stellt die Frage, ob Berlin Olympia und eine Weltausstellung überhaupt braucht. Der 83 Jahre alte frühere Bahnmanager sagte, große Vorhaben würden in den ersten Planungsphasen entschieden und müssten heute viel transparenter vorbereitet werden.
Besonders skeptisch äußerte sich Mehdorn über eine mögliche Expo-Bewerbung für 2035. Er verwies auf Erfahrungen wie die Expo in Hannover und sagte, dort sei im Jahr 2000 „nicht ein großer Erfolg“ gelungen. Zugleich hielt er fest: „Wir mit unserem Hauptbahnhof hätten ein besseres Umfeld verdient.“
Mehdorns Einlassungen fallen in eine Debatte über mögliche Berliner Bewerbungen um Olympia und Expo. Gerade bei solchen Großprojekten, so seine Sicht, hängen Budget, Kommunikation und öffentliche Zustimmung schon früh zusammen. Entscheidend sei deshalb „die ersten fünf Prozent der Zeit“, in denen die Weichen gestellt würden.
Der frühere Manager machte auch deutlich, warum solche Formate aus seiner Sicht heute an Kraft verlieren. Künstliche Intelligenz und digitaler Produktzugang könnten Messen und internationale Veranstaltungen teilweise überflüssig machen, sagte er. Das verschärft den Zweifel an der politischen Idee, mit einem neuen Großereignis Begeisterung und Aufbruch zu erzeugen, wenn schon die erste Planungsphase über Scheitern oder Erfolg entscheidet.
Mit Blick auf die Olympischen Spiele in Paris 2024 und die Expo-Erfahrung von Hannover 2000 bleibt aus Mehdorns Sicht vor allem eine Lehre: Ohne frühzeitige Beteiligung und nachvollziehbare Planung verlieren solche Projekte schnell den Rückhalt. Für Berlin ist das die eigentliche Hürde, nicht die Idee allein.
