Japan will neue Schulden aufnehmen, um einen Nachtragshaushalt zu finanzieren, der die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten abfedern soll. Die Ankündigung ließ die Sorge wachsen, dass sich die ohnehin gewaltige öffentliche Verschuldung des Landes weiter aufbläht.
Am Montag sagte Sanae Takaichi, sie habe Finanzministerin Satsuki Katayama bereits in der Vorwoche angewiesen, mit den Arbeiten an dem Supplementärhaushalt zu beginnen. Geplant sind vor allem Ausgaben für Benzinsubventionen und Hilfen bei Energiekosten. Am selben Tag stieg die Rendite der zehnjährigen japanischen Staatsanleihe auf 2,8 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Oktober 1996.
Für die Märkte war das mehr als nur ein weiterer Haushaltsschritt. Japan ist bereits die am höchsten verschuldete Industrienation der Welt, und nach Angaben des Internationalen Währungsfonds belaufen sich die Verbindlichkeiten des Landes auf mehr als das Dreifache der jährlichen Wirtschaftsleistung. Genau deshalb wirkte die Kehrtwende von Takaichi so empfindlich: Sie hatte zuvor einen solchen Nachtragshaushalt ausgeschlossen, bevor sie nun die Rückkehr zu neuen Krediten bestätigte.
Katsutoshi Inadome sagte, Takaichis Kehrtwende mache die Märkte nervös und löse einen Ausverkauf bei Staatsanleihen über alle Laufzeiten hinweg aus. Seine Einschätzung spiegelte sich sofort in den Kursen wider, die Renditen kletterten auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren.
Der politische Schritt zeigt, wie eng die Regierung in Tokio derzeit zwischen kurzfristiger Entlastung und langfristigen Finanzierungskosten abwägen muss. Je größer das Paket für Sprit- und Energiehilfen wird, desto stärker dürfte der Druck auf Japans Staatsfinanzen und auf die Staatsanleihe-Märkte bleiben.

