Lesen: Torwart-Debatte um Neuer: Hamann attackiert Nagelsmann vor der WM

Torwart-Debatte um Neuer: Hamann attackiert Nagelsmann vor der WM

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hat im Streit um ein mögliches Comeback von scharf kritisiert. Gut 22 Stunden nach dem Auftritt des Bundestrainers im am Samstagabend legte der frühere Nationalspieler bei nach und stellte vor allem das Timing des Verbands infrage.

„Wenn heute – das letzte Spiel (der , d. Red.) war gestern – das klärende Gespräch noch aussteht, frage ich mich, was der Bundestrainer die letzten sechs oder acht Wochen gemacht hat“, sagte Hamann. „Das gibt für einen Trainer kein gutes Bild ab und für den DFB auch nicht. Und egal, wie sich entschieden wird: Es wird keine Gewinner geben.“

Mit seinen Sätzen machte Hamann aus einer Personalfrage eine Grundsatzdebatte über Glaubwürdigkeit. „Egal, welchen Job du machst, ob du kommentierst oder Sportvorstand bist, wenn die Glaubwürdigkeit angekratzt oder beschädigt ist, dann hast du ein Problem“, sagte er. Nagelsmann hatte im Sportstudio mehrere Fragen zur WM-Planung offen gelassen, weil Gespräche mit allen Spielern noch ausstanden.

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Die Rückkehr des 59-maligen Nationalspielers blieb schon während der Bundesliga-Saison eines der großen Themen des Wochenendes. Für Hamann ist der Fall klar: Er sei gegen eine Nominierung von Neuer, sagte er, und könne sich bei einem Comeback deutlichen Widerstand vorstellen – vor allem von Spielern außerhalb des -Blocks. „Auch ein Grund, warum ich gegen diese Nominierung bin oder wäre, sollte sie kommen: Ich glaube, dass es in der Mannschaft – abgesehen von den Bayern – viele Spieler gibt, die damit nicht einverstanden sind oder wären“, sagte Hamann. „Ich hätte den Mannschaftsrat oder vier, fünf Spieler befragt.“

Der frühere Mittelfeldspieler machte zum eigentlichen Verlierer der Debatte. „Wenn ich Spieler gewesen wäre und man mich gefragt hätte, dann hätte ich gesagt: Nee, nee – Baumann hält. Baumann ist mit uns durch die Qualifikation gegangen“, sagte Hamann. „Er ist der Grund, warum wir überhaupt nach Amerika fahren.“ Damit stellte er den 40-Jährigen als den Mann dar, der die Endrunde mit erarbeitet hat.

Genau dort liegt der Konflikt, den Nagelsmann vor dem Turnier nicht mehr loswird. In vier Wochen beginnt die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada, der deutsche Start ist für den 11. Juni angesetzt. Aus einer offenen Torwartfrage ist damit plötzlich eine Frage nach Autorität, Hierarchie und Ruhe im Team geworden – und nach der Entscheidung, die Nagelsmann jetzt nicht mehr lange hinausschieben kann.

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