Nach einem Drohnenangriff ist am Kernkraftwerk Barakah in Abu Dhabi am Sonntag ein Feuer ausgebrochen. Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate wurde ein Stromgenerator außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs der Anlage getroffen, Verletzte gab es nicht.
Die Behörden sagten, drei Drohnen seien von Westen in den Luftraum des Landes eingedrungen, zwei davon seien abgefangen worden. Die dritte habe den Generator getroffen, der daraufhin Feuer fing. Die Anlage, rund 200 Kilometer westlich von Abu Dhabi, habe normal weitergearbeitet, und das Feuer habe die Sicherheit des Kraftwerks nicht gefährdet.
Später am Sonntag teilte die Internationale Atomenergiebehörde mit, die Strahlungswerte seien normal. Die IAEA verurteilte den Vorfall und erklärte, militärische Handlungen, die die Atomsicherheit gefährden, seien nicht hinnehmbar. Auch der emiratische Außenminister Abdullah bin Sajid sprach von einem eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht.
Barakah ist für die Vereinigten Arabischen Emirate mehr als nur ein Kraftwerk. Mit vier Reaktoren soll die Anlage am Ende etwa ein Viertel des Strombedarfs des Landes decken; nach Angaben der Betreiber ist es das erste Kernkraftwerk der arabischen Welt. Gerade deshalb wiegt jeder Angriff auf die Anlage schwer, selbst wenn die unmittelbaren Folgen zunächst begrenzt bleiben.
Der Vorfall fällt zudem in eine Phase, in der die Vereinigten Arabischen Emirate Iran bereits zahlreiche Angriffe seit Beginn des Krieges vorwerfen. Der Angriff auf Barakah zeigt, wie nah der Konflikt an kritische Infrastruktur heranrückt, auch wenn die Betreiber am Sonntag auf Normalbetrieb verwiesen und die IAEA keine ungewöhnlichen Messwerte meldete. Für Abu Dhabi bleibt damit die Frage, wie sicher ein Standort ist, der für die Energieversorgung des Landes zentral ist.

