Lesen: Riester-rente wird Geschichte: Neues Altersvorsorgedepot startet

Riester-rente wird Geschichte: Neues Altersvorsorgedepot startet

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Die ist Geschichte. Der Bundesrat hat am Freitag, 8. Mai, die letzte Hürde für das neue staatlich geförderte genommen, mit dem die schwarz-rote Koalition die private Vorsorge neu ordnen will.

Für Verbraucher ist das mehr als ein Systemwechsel. Das neue Produkt soll einfacher werden als Riester, die wegen hoher Komplexität und schwacher Renditen nie wirklich durchstartete. Banken, Sparkassen, andere Finanzdienstleister und Versicherer dürfen die Altersvorsorgedepots anbieten. Die Regierung setzt dabei auf zwei Varianten: Produkte ohne Garantie und Varianten mit Garantien, bei denen das eingezahlte Kapital ganz oder teilweise erhalten bleiben kann. Nach Regierungsangaben sind dafür Garantiehöhen von 100 Prozent oder 80 Prozent vereinbar.

Der entscheidende Unterschied steckt im Detail der Förderung. Die Bundesregierung will beim Standardprodukt eine Kostenbremse ziehen, doch die warnt, dass dieser Schutz nur dort greift. Er begrenzt den Renditeabzug durch Kosten im Standardprodukt auf maximal einen Prozentpunkt. Außerhalb des Standardprodukts gilt diese Sicherung nicht. hatte die geplante Deckelung schon im März kritisiert und gesagt, es brauche „die vergleichbar hohen Kosten“ und „ein maximaler Kostendeckel von 0,5 Prozent notwendig“.

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Die Diskussion dreht sich auch um die Frage, was Sicherheit am Ende kostet. Die verweist darauf, dass Garantien schon im alten Riester-System die Erträge deutlich gedrückt haben. Auch die Regierung selbst räumt ein, dass garantierte Anlageprodukte in der Regel spürbar weniger Geld bringen als Produkte ohne Garantie. sieht das anders und hält garantierte Produkte für sinnvoll, weil sie Sicherheit gegen Markt- und Verlustrisiken bieten können. Das Unternehmen will ab 2027 beide Varianten anbieten.

Was die neue Förderung am Ende leistet, hängt damit stark vom gewählten Produkt ab. sagte, schwächere Börsenphasen machten es nötig, dass Anbieter Geld aus Aktien in sichere Anlagen umschichten. Das begrenze zwar das Risiko, bedeute aber auch, dass „auf Dauer geringere Renditen zu erwarten sind.“ Genau an diesem Punkt liegt der Kern der neuen Debatte: Die Politik verabschiedet sich von einem Modell, das viele überfordert hat, baut aber ein System, in dem Sicherheit, Kosten und Rendite erneut schwer gegeneinander abzuwägen sind.

Die Altersvorsorgedepot-Reform ist damit kein sauberer Schlussstrich unter Riester, sondern der Versuch, aus einem gescheiterten Produkt ein neues zu machen. Ob das mehr Menschen überzeugt, wird sich erst zeigen, wenn die ersten Angebote am Markt stehen und Sparer zwischen Garantie, Renditechance und Kosten wirklich wählen müssen.

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