Die IHK Ostbrandenburg und die Eberswalder Wurst GmbH haben sich auf die künftige Nutzung der Marke „Eberswalder“ geeinigt, nachdem das Werk in Britz geschlossen wurde. Damit ist geklärt, wie der Name weiter verwendet werden darf, während die Produktion sich bereits deutlich verlagert.
Dass die Einigung jetzt bekannt wurde, ist kein Zufall. Im Januar hatte das Unternehmen angekündigt, die Herstellung in Britz nach mehr als 50 Jahren zu beenden. Mehr als 500 Beschäftigte verloren ihre Arbeitsplätze. Seitdem stand nicht nur die Frage im Raum, wo die Wurst künftig vom Band läuft, sondern auch, ob der Markenauftritt noch zu den realen Produktionsorten passt.
Nach der Vereinbarung sollen die Produkte künftig vor allem an anderen Standorten in Ostdeutschland hergestellt werden. Für den Standort Weißenfels in Sachsen-Anhalt ist vorgesehen, die Rohstoffe möglichst von Tierhaltern aus Brandenburg zu beziehen. Die IHK behält die Rechte an den Kollektivmarken bis Ende November 2027, die Eberswalder Wurst GmbH nutzt ihre eigenen Wort- und Bildmarken weiter. Der Verkaufsstandort in Wandlitz bleibt bestehen, und falls ein neuer Produktionsstandort für Eberswalder-Produkte gebaut wird, soll er nach Möglichkeit in Brandenburg liegen.
Gerade an der Verpackung zeigt sich, warum der Streit so schnell Fahrt aufgenommen hat. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hatte dem Hersteller und der Supermarktkette Kaufland Verbrauchertäuschung vorgeworfen und beide verwarnt, weil der Markenname zusammen mit der Aufmachung einen Ursprung in Brandenburg nahelegen konnte, obwohl die Produkte dort nicht mehr hergestellt werden. Das Unternehmen sagt, es stehe im Austausch mit der Verbraucherzentrale und schärfe die Kennzeichnung nach, damit die jeweiligen Produktionsorte auf der Verpackung leichter erkennbar sind; mehrere Produkte seien bereits entsprechend umgestellt worden.
Offen bleibt, wie weit diese Umstellung am Ende reicht. Noch ist nicht im Detail benannt, welche Artikel welche Verpackung bekommen und welche Standorte künftig die Hauptmenge produzieren. Sicher ist nur, dass Eberswalder Wurst nicht mehr in Eberswalde entsteht, das Britzer Werk schnell eine neue Nutzung erhalten soll und zusätzlich eine einmalige Zahlung von 100.000 Euro an Wirtschaftsförderung und soziale Einrichtungen im Barnim fließt.
