Lesen: Kuba verteilt Handbuch für Familien für den Fall eines militärischen Angriffs

Kuba verteilt Handbuch für Familien für den Fall eines militärischen Angriffs

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Kuba hat ein neues Handbuch für die Bevölkerung im Fall einer militärischen Aggression veröffentlicht. Der neunseitige Leitfaden mit dem Titel „Leitfaden für Familien zum Schutz vor einem militärischen Angriff“ empfiehlt, einen Rucksack mit Lebensmitteln und Medikamenten bereitzuhalten und sich bei Luftalarm sofort an einen sicheren Ort zu begeben.

In der Einleitung heißt es: „Mit demselben Eifer und derselben Disziplin, mit denen wir uns auf die Bewältigung von Katastrophen vorbereitet haben, müssen wir uns darauf vorbereiten, Leben zu schützen, falls der Feind uns militärisch angreift“. Das Dokument macht damit unmissverständlich klar, dass die sozialistische Karibikinsel sich im Fall eines Angriffs verteidigen würde, während zugleich ein großer Teil der Bevölkerung, darunter Kinder und ältere Menschen, nicht an möglichen Kämpfen teilnehmen könnte und deshalb geschützt werden müsste.

Die Veröffentlichung fiel in eine Phase wachsender Spannungen mit den USA. Nach der steht Kuba auf der Aufgabenliste von Präsident weit oben, und dem Vernehmen nach wird eine Anklage gegen den früheren kubanischen Präsidenten vorbereitet. Zugleich wurden die Sanktionen gegen Kuba zuletzt massiv verschärft.

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Die Lage auf der Insel ist bereits jetzt angespannt. Kubas knapp elf Millionen Einwohner leiden unter Mangelwirtschaft und stundenlangen Stromausfällen; in Havanna gibt es teilweise bis zu 22 Stunden täglich keinen Strom. Die wenigen verfügbaren Lebensmittel verderben im Kühlschrank, und vor wenigen Tagen teilte der Energieminister mit, dass es keinerlei Diesel- und Heizölreserven mehr gebe. Weder Mexiko noch Venezuela hätten seit Trumps Anordnung vom Jänner Treibstoff an die Insel geliefert. Trump droht Ländern, die Treibstoff an Kuba liefern, mit Strafzöllen; die Vereinten Nationen bezeichnen diese Blockade als rechtswidrig.

Nach der Veröffentlichung des Leitfadens äußerten viele Kubaner auf Facebook Kritik. Eine Frau schrieb: „Ach wirklich, und woher sollen wir denn die Sachen für den Rucksack nehmen, wenn man derzeit nicht im Krieg ist und bereits jetzt absolut nichts hat?“ Ein weiterer Kommentar lautete: „Unverderbliche Lebensmittel! Ist das ein Witz?“ Der Widerspruch zwischen der Aufforderung zur Vorsorge und dem Alltag vieler Menschen zeigt, wie dünn die Decke auf Kuba geworden ist: Ein Staat bereitet seine Familien auf einen Angriff vor, während zahlreiche Haushalte schon heute kaum wissen, wie sie die nächste Mahlzeit sichern oder ihre Vorräte vor dem nächsten Stromausfall retten sollen.

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