Max Giesinger hat offen über die schwerste Phase seines Lebens nach seinem Auftritt bei „The Voice of Germany“ gesprochen. Der 37-Jährige sagte im Podcast „Wie geht’s?“ mit Fußballer Robin Gosens, die Zeit sei für ihn „mit so die krasseste Phase“ gewesen.
Giesinger hatte 2011 an der Castingshow teilgenommen und den vierten Platz belegt. Nach dem Finale kehrte er erschöpft in sein Kinderzimmer zurück und musste plötzlich mit einer Aufmerksamkeit umgehen, die sich für ihn komplett anders anfühlte als das Leben davor.
Vor seinem TV-Durchbruch hatte er in Kneipen und auf Hochzeiten gespielt. Dann standen auf einmal rund 80.000 Menschen hinter ihm auf Facebook, während sich zugleich Hasskommentare häuften. Giesinger sagte, er habe das „so krass zu Herzen genommen, dass ich manchmal nicht mehr schlafen konnte“.
Der Sänger beschrieb diese Monate als eine „Riesensinnkrise“ in seinem Kinderzimmer. Die Worte machen deutlich, wie hart der Sprung vom lokalen Musiker zum bekannten Gesicht für ihn war: nicht nur ein Karriereschub, sondern ein persönlicher Ausnahmezustand, ausgelöst durch plötzliche Reichweite und online verbreitete Feindseligkeit.
Sein endgültiger Durchbruch kam erst etwa vier Jahre später mit dem Song „80 Millionen“. Damit schloss sich für Giesinger die Lücke zwischen dem Fernsehmoment von 2011 und dem späteren Erfolg, der ihn dauerhaft im deutschen Pop etablierte.
Heute wirkt diese Phase vor allem deshalb nach, weil Giesinger sie nicht als glamourösen Aufstieg beschreibt, sondern als Belastung, die ihn aus der Bahn warf. Die eigentliche Nachricht hinter seinen Worten ist klar: Der Weg zum Erfolg begann für ihn nicht mit Sicherheit, sondern mit Überforderung.
