Tom Cruise machte die Premiere von Mission: Impossible III im Jahr 2006 in New York zu einer Inszenierung, die eher wie ein Stunt-Programm als wie ein Hollywood-Termin wirkte. An einem einzigen Tag wechselte er in der Stadt zwischen Hubschrauber, Schnellboot, Motorrad und U-Bahn, während die Werbetour für den Film über mehrere Auftritte lief.
Der Anlass hatte Gewicht, weil Cruise den Film nicht einfach vorstellte, sondern selbst Teil der Show war. Während des Pressetermins wurde er am Steuer eines Saleen Mustang S281 fotografiert, der dafür über Nacht quer durch die Vereinigten Staaten geschickt worden war, bevor die Kameras auftauchten. Der Wagen mit überarbeiteter Federung, Karosserieanpassungen und V8-Leistung war auf den amerikanischen Muscle-Car-Markt zugeschnitten; einzelne Versionen kamen auf mehr als 500 PS.
Mission: Impossible III, von J. J. Abrams inszeniert, markierte damals auch tonal einen Wechsel für die Reihe. Der Film war dunkler und geerdeter als frühere Teile, und Philip Seymour Hoffman spielte den Gegenspieler Owen Davian. Gerade deshalb passte die New-York-Tour so gut zur Marke: Sie verband die spektakuläre Außendarstellung mit einer Serie, die immer stärker auf physische Aktionen und reale Gefahr setzte.
Der entscheidende Bruch liegt darin, dass die Premiere wie ein bloßes Medienereignis wirkte, aber tatsächlich die Grundlage für das spätere Image der Reihe legte. Was 2006 in New York als perfekt choreografierte Werbeaktion begann, wurde später zum Markenzeichen der Filme selbst, in denen Cruise unter anderem Helikopter flog, mit dem Motorrad eine Klippe hinabfuhr und HALO-Sprünge selbst ausführte.
Die Antwort auf die Frage, warum dieser Tag heute noch zählt, ist damit schlicht: Weil Mission: Impossible an diesem Punkt nicht nur vermarktet wurde, sondern sich öffentlich neu erfand. Die Tour machte aus der Kampagne ein Versprechen, und Cruise begann dort, die Grenze zwischen Werbung und eigenem Risiko so zu verwischen, dass die Serie fortan genau davon lebte.

