Am Sonntag steigt in Drosina die nächste Ausgabe des lokalen Derbys zwischen Istra 1961 und Rijeka, doch der Vorverkauf läuft schlecht. Istra hat den Kartenkauf nur am Stadion zugelassen und keine Online-Option angeboten, obwohl das Spiel sportlich und emotional zu den wichtigsten Terminen im Kalender gehört.
Während sich die Fans noch zögern, richtete sich der Blick am selben Tag nach Spanien. Deportivo Alaves gewann gegen Barcelona mit 1:0 und machte damit einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt. In dieser Partie stand Ville Koski in der Startelf, der bis Januar bei Istra 1961 noch eine feste Größe in der Abwehr gewesen war. Spanische Medien bewerteten ihn zusammen mit zwei Mitspielern am höchsten. Für Koski war es zugleich der erste Startelfeinsatz eines Spielers aus Istra 1961 überhaupt, und er kam ausgerechnet gegen Barcelona.
Dass Alaves diesen Weg nur selten mit Spielern aus Istra gegangen ist, passt zu dem Bild, das der Klub über die vergangenen acht Jahre abgegeben hat. In diesem Zeitraum soll Alaves keinem Akteur aus Istra echte Chancen gegeben haben, obwohl der spanische Klub als Mehrheitsbesitzer von Istra 1961 auftritt. Koskis Einsatz wird deshalb nicht nur als Einzelfall gelesen, sondern auch als Hinweis darauf, wie ungewöhnlich solche Auftritte im Umfeld der beiden Vereine geblieben sind.
Für beide Seiten steht am Sonntag in Drosina sportlich viel auf dem Spiel. Rijeka kommt nach dem verlorenen Pokalfinale und will das dritte Platz halten. Istra hat die Chance auf Europa verloren und kämpft darum, die fünfte Position zu sichern. Gerade deshalb wirkt der schleppende Kartenverkauf wie ein Kontrast zu dem, was auf dem Platz bevorsteht: ein Derby mit Gewicht, auch wenn der Vorverkauf bisher nicht danach aussieht.
Die Verbindung zwischen den beiden Geschichten ist dabei klar. Koskis Einsatz für Alaves zeigt, wie weit der Weg von Istras Abwehrchef bis in Spaniens Liga führen kann, während in Pulas Stadion am Sonntag ein Spiel wartet, das über Rang und Stimmung in der Schlussphase der Saison entscheiden dürfte. Für Istra und Rijeka geht es nicht um Randnotizen, sondern um Platzierungen, die den Ton für den Rest der Runde setzen werden.
