Nach einem kühlen Start in den Mai schaltet das Wetter für weite Teile des Mittleren Westens und des Nordostens in den kommenden Tagen auf Sommer um. In Städten entlang der I-95-Korridore von Baltimore bis Boston steigen die Temperaturen erst in die 80er, teils nahe 90 Grad, bevor eine Kaltfront am Wednesday, dem 20. Mai, die Hitze wieder dämpft.
Für viele Orte ist das kein kurzer Ausreißer. Tyler Roys sagte, Baltimore, New York City, New Haven, Providence und Boston seien am Montag, dem 18. Mai, noch nicht unbedingt als Hitzewelle einzustufen. Doch am Dienstag, dem 19. Mai, und am Wednesday, dem 20. Mai, würden die Werte für viele dieser Orte in die oberen 80er und unteren 90er klettern. Teile des Mittleren Westens und des Ostens sollen ebenfalls 80 Grad und mehr erreichen, während manche Gegenden im Mittelatlantik und im Südosten schon früh in der kommenden Woche ihre bisher höchsten Temperaturen des Jahres sehen könnten.
Das ist für Mitte Mai auffällig genug, um sich im Alltag sofort bemerkbar zu machen. AccuWeather-Vizepräsident Dan DePodwin sagte, es habe im Nordosten bislang nur sehr wenig Feuchtigkeit in den kurzen Warmphasen gegeben; deshalb würden Taupunkte in den 60ern früh in der kommenden Woche deutlich zu spüren sein. Anders gesagt: Die Wärme kommt nicht allein, und das macht sie schwerer zu ignorieren.
Der Wetterwechsel folgt auf eine Phase, in der es sich eher nach spätem Winter als nach Frühsommer anfühlte. Jetzt kippt das Muster vorübergehend in die andere Richtung, doch die Bewegung bleibt unruhig. Roys sagte, dass der Ohio Valley, die Great Lakes, der Nordosten und der Mittelatlantik auch nach nächster Woche in einem wechselhaften Auf und Ab bleiben werden. Für die Plains gebe es weiter Hitzewellen, aber der volle Umfang der Sommerhitze sei noch nicht erreicht. Für die Great Lakes, den Ohio Valley, den Nordosten und den Mittelatlantik werde die eigentliche Sommerhitze erst in der zweiten Hälfte der Sommersaison wirklich die Oberhand gewinnen.
Während an Land die Temperaturen steigen, bleibt das Wasser kalt genug für ernsthafte Probleme. Der National Weather Service in New York warnte an diesem Wochenende, die Wassertemperaturen lägen weiterhin in den unteren 50ern. Kaltes Wasser könne bei plötzlich eintauchenden Menschen schnell zu Unterkühlung und körperlicher Handlungsunfähigkeit führen, hieß es. Wer mit kleinen Booten, Kanus oder Kajaks unterwegs sei, solle entsprechend planen und äußerste Vorsicht walten lassen. Das ist der Teil der Prognose, der nicht nach Sommer klingt: Wer das erste warme Wochenende für einen Sprung ins Wasser nutzt, trifft vielerorts auf Bedingungen, die noch immer eher frühlingskalt als badetauglich sind.
Auch beim Frost ist die Lage im großen Teil der Region entspannter als noch vor wenigen Wochen. Roys sagte, die meisten Orte im Ohio Valley sowie in den Tälern des Nordostens und des Mittelatlantiks müssten in absehbarer Zeit nicht mehr mit Frost rechnen. Das Wetter bleibt damit nicht nur wärmer, sondern auch ungleichmäßiger: erst Sommerluft, dann wieder eine Kaltfront, danach erneut das bekannte Hin und Her. Für die Menschen in den betroffenen Städten heißt das vor allem, dass der wärmste Vorstoß des Monats bereits auf dem Tisch liegt, die stabile Sommerphase aber noch nicht begonnen hat.

