Die Deutsche Bahn will in diesem Sommer die BahnCard 25 für Kinder und Jugendliche kostenlos anbieten. Von Mitte Juni bis Ende September können sich alle 6- bis 18-Jährigen in Deutschland dafür registrieren, unabhängig von ihrer Nationalität.
Die Karte gilt nach der Aktivierung ein Jahr lang und läuft dann automatisch aus. Eine Kündigung ist nicht nötig, ein Wechsel in ein kostenpflichtiges Abo auch nicht. Digital gibt es sie nur über bahn.de oder die DB Navigator App, und dafür ist ein Kundenkonto erforderlich. Mit der BahnCard 25 gibt es 25 Prozent Rabatt auf Super Spar-, Spar- und Flexpreise in der 1. und 2. Klasse.
Für junge Reisende ist das Angebot nicht gleich viel wert. Kinder unter sechs Jahren fahren ohnehin nie kostenpflichtig mit der Bahn. Kinder zwischen sechs und 14 Jahren zahlen ohne ältere Begleitung derzeit den halben Preis, fahren aber bis einschließlich 14 Jahre kostenlos, wenn sie mit Eltern oder Großeltern unterwegs sind. Den größten Effekt hat die Aktion deshalb für 15- bis 18-Jährige, die bislang den regulären Erwachsenentarif zahlen und mit der Gratis-Karte ein Viertel des Fahrpreises sparen würden.
Der Konzern schätzt, dass bis zu 15 Millionen junge Menschen profitieren könnten. Nach Berechnungen, auf die sich Bild beruft, könnte der Bahn damit auf Einnahmen von bis zu 118,5 Millionen Euro verzichten. Der Zeitpunkt ist heikel: Die Bahn kämpft weiter mit massiven Qualitätsproblemen und roten Zahlen. Im vergangenen Jahr wies das Unternehmen einen Verlust von 2,3 Milliarden Euro aus.
Finanzchefin Evelyn Palla sagte zugleich, der Konzern arbeite darauf hin, 2026 wieder eine schwarze Null zu erreichen. Sie sagte außerdem: „Es macht sich bezahlt, dass wir die Bahn auf Effizienz trimmen“ und „Unser internes Verschlankungsprogramm mobilisiert auch die Zahlen Richtung steigender Wirtschaftlichkeit und damit Stabilität.“ Die Gratis-Aktion für Jugendliche ist damit auch ein Signal, dass der Konzern trotz Sparzwang weiter versucht, mit gezielten Angeboten Fahrgäste zu gewinnen.
Am Ende ist die Sommeraktion vor allem ein begrenztes Werbeangebot mit echtem Nutzen nur für einen Teil der Zielgruppe. Für viele Kinder unter 15 ist der Vorteil klein oder gar nicht vorhanden, für 15- bis 18-Jährige kann er spürbar sein. Für die Bahn ist es ein teurer Versuch, junge Kunden zu binden, während das Unternehmen gleichzeitig auf einen schwarzen Nullpunkt im Jahr 2026 zusteuern will.

