Moldau tritt im Grand Final des Eurovision Song Contest 2026 gegen 24 andere Länder an, und ein Name trägt die Hoffnung: Satoshi. Der Künstler aus Cahul im Südwesten des Landes steht für einen möglichen Kurswechsel nach Jahren mit wechselndem Erfolg und einem Rückzug, der die Musikszene daheim hart traf.
Satoshi, mit bürgerlichem Namen Vlad Sabajuc, ist in Moldau und Rumänien bekannt, hat drei Alben veröffentlicht und seine Leidenschaft für Musik entdeckt, als er sich das Schlagzeugspielen selbst beibrachte. Seine erste London-Show spielte er 2024, und sein Künstlername spiegelt seine Faszination für die japanische Kultur wider. Für Moldau kommt dieser Moment nicht zufällig. Das Land hat den Eurovision Song Contest seit dem Debüt 2005 19 Mal vertreten, aber nie gewonnen. Der beste Platz bleibt der dritte Rang von SunStroke Project mit „Hey Mamma“ im Jahr 2017.
Der Weg hierher war für Moldau alles andere als glatt. Das Land setzte 2025 aus, nachdem es im vergangenen Jahr den Wettbewerb wegen wirtschaftlicher, administrativer und künstlerischer Probleme sowie eines Rückgangs des öffentlichen Interesses und der Gesamtqualität der Songs und Auftritte im nationalen Finale verlassen hatte. Auch Eurovision 2024 wurde zum Rückschlag: Natalia Barbu landete im ersten Halbfinale mit „In the Middle“ am 7. Mai 2024 auf Platz 13 und holte 20 Punkte, verpasste damit den Einzug ins Finale und markierte Moldaus erste Nicht-Qualifikation seit 2019.
Gerade deshalb ist Satoshis Auftritt mehr als ein weiterer Wettbewerbseintrag. Er soll zeigen, dass Moldau nach dem Rückzug und den Enttäuschungen wieder konkurrenzfähig sein kann, auch wenn die Buchmacher das Land weiter als Außenseiter sehen: Betway setzte Moldau zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Meldung auf 40/1. Für ein Land mit langer Eurovision-Geschichte ist das keine Favoritenrolle, aber es ist genug, um die Rückkehr überhaupt wieder zu einem Thema zu machen.
Die entscheidende Frage ist nun, ob Satoshi den Moment nutzen kann, den Moldau nach Jahren der Unsicherheit gebraucht hat. Sein Name steht erstmals auf einer Bühne, die für das Land schon oft Hoffnung und Enttäuschung zugleich war. Diesmal könnte er den Unterschied machen.

