Günther Maria Halmer ist in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai nach einer schweren Krebserkrankung gestorben. In Söllhuben im Landkreis Rosenheim fand für den 83-Jährigen eine stille Beerdigungsfeier in der Pfarrkirche St. Rupert und Martin statt.
Von dem Gottesdienst wussten nur die engste Familie und ein kleiner Freundeskreis. Auf der Trauerkarte hatte Witwe Claudia Halmer den Ort handschriftlich mitgeteilt; danach trafen sich die Gäste zu einer geschlossenen Zusammenkunft im Gasthof Hirzinger. Der Abschied stand im Zeichen eines Goethe-Verses, der auf der Karte stand: „Gut verloren – etwas verloren! Musst rasch dich besinnen und Neues gewinnen.“
Halmer gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Gesichtern des deutschen Fernsehens und Kinos. Mit der Rolle des Karl „Tscharlie“ Häusler in „Münchner Geschichten“ wurde er 1974 zur bayerischen Kultfigur. Später folgten Auftritte in mehr als 190 Film- und Fernsehproduktionen, darunter „Gandhi“ und „Sophies Entscheidung“ im Jahr 1982. Von 1988 bis 2001 spielte er den Verteidiger Jean Abel. Seit 1976 war er mit Claudia Halmer verheiratet; das Paar hatte zwei Söhne, Daniel und Dominik.
Bei der Trauerfeier waren auch Michaela May und ihr Mann Bernd Schadewald anwesend. Der Verlust blieb für viele in der Region dennoch schwer fassbar. Ein Nachbar aus Höhenmoos sagte: „Die Todesnachricht hat mich echt überrascht.“ Bis kurz vor seinem Tod war Halmers Gesundheitszustand in dem Ort nur als kleines Geheimnis bekannt; zuvor war lediglich öffentlich geworden, dass er sich im vergangenen Winter operieren ließ und sich danach offenbar gut erholte. Auch seine letzte Ruhestätte war seinen Nachbarn in Höhenmoos nicht bekannt.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder würdigte Halmer als eine der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Schauspielerpersönlichkeiten und als „ein echtes bayerisches Original mit internationaler Strahlkraft“. Für Bayern ist damit nicht nur ein vertrautes Gesicht der Filmgeschichte verloren gegangen, sondern auch ein Darsteller, der weit über die Region hinaus gewirkt hat. Die stille Beisetzung in Söllhuben machte das noch einmal deutlich: Der Abschied blieb privat, die Bedeutung des Mannes dahinter war es nicht.

