Rumänien schickt Alexandra Căpitănescu mit dem Eurovision-Beitrag „Choke Me“ in die Wiener Stadthalle nach Wien, und der Song hat schon vor dem Auftritt eine heftige Debatte ausgelöst. Aktivistinnen kritisierten den Titel als „gefährlich“ und „leichtsinnig“, während die rumänische Seite betont, das Lied sei metaphorisch gemeint.
Căpitănescu, 22, stammt aus Galați im Osten Rumäniens und studiert in Bukarest für einen Master an der Fakultät für Physik, nachdem sie ihren Bachelor bereits abgeschlossen hat. Besonders interessiert sie sich für medizinische Physik. Parallel dazu läuft ihre Musikkarriere, die sie mit zehn Jahren begann, als sie Gesang und Klavier lernte.
Bekannt wurde sie 2023, als sie mit 19 Jahren die elfte Staffel von „Vocea României“ gewann, der rumänischen Version von „The Voice“. Schon in den Blind Auditions drehte sie alle vier Jurystühle und trat im Team von Sänger Tudor Chirilă an. 2024 veröffentlichte sie ihre Debüt-EP „Căpitnu“ und stand auch beim Festival Electric Castle auf der Bühne, einem der großen Musiktreffen des Landes.
„Choke Me“ wurde von Căpitănescu gemeinsam mit einem Team rumänischer Songwriter geschrieben und bewegt sich musikalisch zwischen Rock, Pop und härteren Metal-Einflüssen. Der Refrain wiederholt die Titelzeile rund dreißig Mal. Im Text tauchen Bilder körperlicher Überlastung und platzender Lungen auf, was den Vorwurf nährt, der Song spiele nicht nur mit Provokation, sondern mit einer gefährlichen Vorstellung von Nähe. sprach von einer „alarmierende Missachtung der Gesundheit und des Wohlbefindens junger Frauen“.
Genau daran entzündet sich der Streit: Einige ESC-Fans forderten, Rumänien solle den Text ändern, andere verlangten sogar eine Disqualifikation. Căpitănescu selbst sagte, sie habe emotionale Überwältigung beschreiben wollen, nicht Gewalt. Der Konflikt macht aus einem Wettbewerbsbeitrag schon jetzt ein Kulturthema mit politischer Schärfe, wie auch in der Übersicht zu „Eurovision Song Contest 2026: Rumänien zieht mit „Choke me“ ins Finale“ nachzulesen ist.
Für Rumänien ist der Auftritt in Wien damit mehr als ein weiterer ESC-Startplatz. Er wird zum Test, ob ein provokanter Titel als Kunst gelesen wird oder als Grenzüberschreitung. Die Antwort darauf wird nicht erst in der Wiener Stadthalle fallen, sondern schon jetzt daran, ob sich der Song als Metapher durchsetzt oder als Verstörung hängen bleibt.

