Zum 70. Jubiläum des Eurovision Song Contest zeigt die ARD die Dokumentation „70 Jahre ESC – More than Music“. Der Film blickt hinter die Kulissen des größten Musik-Spektakels der Welt und ordnet ein, wie der Wettbewerb Europa über Jahrzehnte mitgeprägt hat.
In der Produktion kommen Hape Kerkeling, Nana Mouskouri, Nicole, Guildo Horn, Jamala, Johnny Logan, Mr. Lordi, Tom Neuwirth als Conchita Wurst, Peter Urban, Olli Schulz, Jean Paul Gaultier und Ralph Siegel zu Wort. Die Dokumentation spannt den Bogen von den ersten Auftritten 1956 über die glitzernden Outfits der 1970er und 1980er Jahre bis zu den politisch aufgeladenen Debatten der jüngeren Zeit. Der ESC erscheint darin als Spiegel der europäischen Gesellschaft, nicht nur als Bühne für Songs, sondern auch für Streit, Wandel und Selbstbild.
Genau darin liegt auch der Reiz des Films. Der Song Contest hat sich von einem eher kleinen Chanson-Wettbewerb zu einem globalen Pop-Phänomen entwickelt, und die Doku setzt auf Stimmen, die diese Entwicklung aus erster Hand erlebt haben. Damit verbindet sie Unterhaltungsgeschichte mit einem Blick auf die politischen Spannungen, die das Format immer wieder begleiten. Wer den Wandel des Wettbewerbs nachvollziehen will, bekommt hier nicht bloß Nostalgie, sondern ein Stück europäischer Zeitgeschichte.
Die Veröffentlichung folgt einem klaren Zeitplan. Ab dem 8.5. ist „70 Jahre ESC – More than Music“ in der Mediathek verfügbar, am 11.5. läuft die Dokumentation um 20:15 Uhr in Das Erste. Für das Jubiläum ist das mehr als ein Rückblick: Es ist die öffentliche Bestandsaufnahme eines Wettbewerbs, der bis heute zeigt, wie nah Popkultur und Politik in Europa beieinanderliegen.

