Das Wiener Marktamt hat bei Kontrollen am Großmarkt Wien-Inzersdorf mehr als 75.000 Eier aus dem Verkehr gezogen. Die Ware stammte aus der Ukraine und fiel auf, weil auf den Eiern keine Stempel zu sehen waren und auch Herkunftsnachweise fehlten.
Ein Sprecher des Marktamts Wien bestätigte den Fund gegenüber der APA. Zunächst hatte die Kronen Zeitung darüber berichtet. Nach Angaben des Marktamts entsprach die Lieferung nicht den europäischen Vermarktungsnormen, weil weder Begleitpapiere noch Stempelungen auf den Eiern ersichtlich waren. Ob es sich um Bio-Eier, Käfig-Eier oder eine andere Haltungsform handelte, ließ sich damit nicht belegen.
Für die Stadt war der Zugriff vor allem eine Frage der Kennzeichnung und der Rückverfolgbarkeit, nicht der Lebensmittelsicherheit. Das Marktamt betonte, die Prüfung bedeute nicht, dass die Eier gesundheitsgefährlich seien. Entscheidend sei, dass die Ware ohne klare Angaben nicht in den Handel gelangen dürfe.
Der Fall reiht sich in eine Debatte ein, die schon Ende April Fahrt aufgenommen hatte, als legale Eier-Importe aus Bayern für Aufregung sorgten. Damals wurden bei Spar angebotene Eier des bayerischen Produzenten Obermeier-Frischeier kritisiert, weil auf der Verpackung Hühner in Freilandhaltung zu sehen waren, obwohl sich darin Eier aus Bodenhaltung befanden.
Alexander Hengl vom Marktamt machte die Dimension des Fundes deutlich: „Bei den Eiern aus der Ukraine ist es darum gegangen, dass weder Begleitpapiere da waren noch Stempelungen auf den Eiern ersichtlich waren.“ Er sagte auch: „Es ist nicht belegt, ob es Bio-Eier oder Käfig-Eier oder was auch immer dazwischen sind. Und sowas brauchen wir in Wien einfach nicht.“ Der Betrieb, der die Eier bestellt hatte, nahm die Ware nicht an.
Was mit den Eiern nun geschieht, ist offen. Hengl sagte dazu: „Ob sie irgendwo gegessen werden, ist nicht unsere Sache. Nur in Wien brauchen wir sie ganz sicher nicht und das hat auch der Betrieb, der die Eier bestellt hat, verstanden und die Ware nicht angenommen. Wahrscheinlich gehen sie zurück in die Ukraine und werden dann dort gegessen.“
Georg Strasser, Präsident des Bauernbunds, nannte den Zugriff ein Beispiel dafür, warum Kontrollen aus seiner Sicht unverzichtbar sind. „Ohne konsequente Kontrollen wäre diese illegale Ware in den Markt gelangt“, sagte er. Der Bauernbund fordert schärfere Kontrollen auf nationaler und auf EU-Ebene. Der Fall zeigt damit vor allem eines: Ohne nachvollziehbare Herkunft und klare Kennzeichnung kommen auch große Lieferungen nicht durch.

