Lesen: Stadthalle Wien: Großdemo gegen Israels Teilnahme am Song Contest

Stadthalle Wien: Großdemo gegen Israels Teilnahme am Song Contest

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Am Samstagnachmittag haben in Wien rund 2.600 Menschen gegen die Teilnahme Israels am demonstriert. Die Kundgebung verlief friedlich, endete gegen 17.00 Uhr hinter der Stadthalle Wien mit Pyrotechnik und zwei kurz auf ein Gerüst gekletterten Demonstranten, aber ohne Festnahmen oder größere Zwischenfälle.

Die Demonstrierenden zogen ab 14.00 Uhr vom Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof über die Schmelzbrücke hinter die Stadthalle. Das Bild auf der Straße war vor allem von Palästina-Fahnen geprägt. Die Polizei nannte keine offizielle Teilnehmerzahl, aus Kreisen der Einsatzkräfte war aber von etwa 2.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Rede.

Unter den Anwesenden war auch der palästinensische Botschafter in Österreich, . Er sprach von „Schande“ und nannte die israelische Teilnahme „einen Versuch, Völkermord zu normalisieren“. Außerdem sagte er: „Wir sind vereint in der Liebe, wir sind vereint im Frieden, aber wir sind nicht vereint im Genozid“.

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Die Demonstration stand nicht allein. Vor dem Finale des Song Contests war Wien bereits von Protesten begleitet worden, während fünf Länder ihre Teilnahme wegen Israels zurückzogen und einige Sender den Bewerb boykottierten. Für den Song Contest hatte die Stadt Wien nach Angaben aus dem Umfeld des Bewerbs rund 23 Millionen Euro aufgebracht, ein Betrag, der in diesen Tagen auch deshalb politisch aufgeladen wirkt, weil das Finale eine Woche voller Party und Nebenwirkungen beendete.

Am Urban-Loritz-Platz setzten das und am Samstag von 14.00 bis 21.00 Uhr einen Gegenakzent. Mit einer Kundgebung und einem Infostand wollten sie „ein Zeichen für Gastfreundschaft und Solidarität“ setzen. Aktivisten verteilten einen Leitfaden mit dem Titel „12 Punkte gegen Antisemitismus“; die Organisatorinnen und Organisatoren kündigten an, weiter entschieden gegen Antisemitismus Stellung zu beziehen und erklärten: „Wegsehen keine Option mehr“.

Für Wien bleibt damit ein Abend in Erinnerung, an dem sich die politische Konfliktlinie rund um den Song Contest nicht im Saal, sondern auf den Straßen zeigte. Die Proteste verliefen zwar ohne Eskalation, doch die Gegensätze waren unübersehbar: hier die Kritik an Israels Teilnahme, dort der Anspruch, Solidarität und Antisemitismusbekämpfung sichtbar zu machen.

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