US-Präsident Donald Trump hat erklärt, bei einer gemeinsamen Mission amerikanischer und nigerianischer Kräfte in Nigeria sei am Freitag Ortszeit ein weltweit gesuchter IS-Terrorist getötet worden. Auf Truth Social schrieb Trump, Abu Bakr al-Mainuki sei nicht mehr in der Lage, Menschen in Afrika zu terrorisieren oder Operationen zu unterstützen, die auf Amerikaner zielen.
Trump nannte al-Mainuki den weltweiten Top-Zwei-Mann der Terrororganisation und bezeichnete ihn als „den aktivsten Terroristen der Welt“. Das ist eine schwere Behauptung, weil sie einen Mann trifft, den US-Regierungsvertreter seit Jahren als zentrale Figur im IS-Netzwerk ansehen, auch bei Organisation und Finanzierung.
Nach Angaben von US-Regierungsvertretern soll al-Mainuki Angriffe gegen die Vereinigten Staaten und ihre Interessen geplant haben. Die Angaben zu seinem Tod sind bislang an Trumps Darstellung gebunden; eine unabhängige Bestätigung wurde in den vorliegenden Informationen nicht genannt. Sollte sich die Mitteilung bestätigen, würde damit einer der wichtigsten Köpfe hinter dem IS-Ableger in Westafrika ausgeschaltet.
Al-Mainuki, der laut den vorliegenden Angaben 1982 in der nigerianischen Provinz Borno geboren wurde, bewegte sich seit Jahren in Konfliktzonen der Region. Er soll mehr als zehn Jahre zuvor bereits in Libyen gekämpft haben und 2018 die Führung des IS-Ablegers in Westafrika übernommen haben, nachdem Mamman Nur getötet worden war.
Der Schlag passt in eine längere und zunehmend engere amerikanische Rolle in Nigeria. Trump hatte im Dezember Angriffe gegen IS in Nigeria angeordnet. Im Februar schickten die USA Soldaten in das Land, um das Militär zu beraten. Im März stationierten sie Drohnen, nachdem Trump gesagt hatte, Christen würden in der Sicherheitskrise gezielt angegriffen.
Nigeria kämpft seit Jahren gegen mehrere bewaffnete Gruppen, darunter mindestens zwei mit IS-Verbindungen. In diesem Umfeld gilt al-Mainuki als Figur, die nach den vorliegenden Angaben nicht nur kämpferisch, sondern auch organisatorisch und finanziell eine Schlüsselfunktion hatte. Genau deshalb wiegt Trumps Mitteilung über seinen Tod heute besonders schwer: Sie trifft nicht irgendeinen Kämpfer, sondern einen Mann, der im Zentrum des Netzwerks gestanden haben soll.
Die offene Frage ist nun nicht, ob Trump die Operation politisch als Erfolg verkauft. Entscheidend ist, ob sich die Tötung al-Mainukis vor Ort und von unabhängiger Seite bestätigen lässt und ob der IS-Ableger in Westafrika dadurch spürbar geschwächt wird.

