Lesen: Zelenskiy warnt vor russischen Plänen gegen Nato-Staaten von Belarus aus

Zelenskiy warnt vor russischen Plänen gegen Nato-Staaten von Belarus aus

Veröffentlicht
3 Min. Lesezeit
Anzeige

Der ukrainische Präsident hat am 15. Mai erklärt, Russland versuche, Belarus tiefer in den Krieg gegen die Ukraine hineinzuziehen. Er sagte, Moskau prüfe Pläne für Operationen von belarussischem Gebiet aus, die sich entweder gegen die Nordrichtung Chernihiv-Kyiv in der Ukraine oder gegen einen der Nato-Staaten richten könnten.

Selenskyj sagte, die Ukraine dokumentiere weiter Russlands Versuche, Belarus stärker in den Krieg hineinzuziehen. Er sprach zudem von zusätzlichen Kontakten zwischen Russland und dem belarussischen Präsidenten , mit denen Moskau diesen zu neuen aggressiven Operationen bewegen wolle. Nach seinen Worten betrachtet Russland Einsätze südlich und nördlich des belarussischen Territoriums. Konkrete Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Angriff legte er nicht vor, doch die Warnung kam an einem Tag, an dem die Lage an der Nordgrenze der Ukraine erneut in den Fokus rückte.

Belarus grenzt im Süden an die Ukraine und im Norden und Westen an die Nato-Mitglieder Polen, Litauen und Lettland. Genau diese Lage macht das Land seit Beginn des mehr als vier Jahre alten Krieges zu einem strategischen Raum für Moskau. Lukaschenko hatte belarussisches Territorium bereits im Februar 2022 für einen Teil der russischen Invasion zur Verfügung gestellt, ohne eigene Truppen in die Ukraine zu schicken. Minsk hat außerdem zugestimmt, russische taktische Atomwaffen und Hyperschallraketen vom Typ Oreschnik auf seinem Boden zu stationieren.

- Advertisement -

Selenskyj sagte bereits im vergangenen Monat, die Ukraine verfüge über Erkenntnisse, wonach Russland Vorbereitungen treffe, die Belarus erneut in den Krieg hineinziehen sollten. Am 15. Mai wiederholte er den Vorwurf und kündigte an, Kiew werde sich verteidigen, falls Lukaschenko die falsche Entscheidung treffe und die russische Absicht unterstütze. „Ukraine will undoubtedly defend itself and its people if Alexander Lukashenko makes the wrong call and decides to support this Russian intention as well“, sagte Selenskyj sinngemäß. Er sagte außerdem, er habe die ukrainischen Verteidigungskräfte angewiesen, einen Reaktionsplan vorzubereiten und die Verteidigung in den nördlichen Regionen Chernihiv und Kyiv zu verstärken.

Aus Moskau und Minsk kam zunächst keine unmittelbare Reaktion auf die Äußerungen. Die Warnung zeigt, wie stark der Krieg über die Frontlinie hinausreicht: Nicht nur die Ukraine selbst, sondern auch das Gebiet eines Nachbarlandes mit direkter Nato-Grenze steht wieder im Zentrum russischer Überlegungen. Entscheidend wird nun sein, ob Belarus bei seiner bisherigen Rolle als Aufmarsch- und Druckraum bleibt oder ob Moskau und Minsk die Linie noch weiter verschieben.

Anzeige
Diesen Artikel teilen