Mitten im Zentrum von Modena ist am Samstag ein Auto mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge gerast. Rund zehn Fußgänger wurden getroffen, mehrere Menschen wurden verletzt, mindestens vier von ihnen schwer, zwei von ihnen schwebten in kritischem Zustand.
Der Wagen, nach ersten Angaben vermutlich ein Citroën C3, kam aus Richtung Largo Garibaldi, erfasste auf der Largo Porta Bologna Fußgänger und krachte anschließend in das Schaufenster eines Geschäfts. Augenzeugen beschrieben eine Szene, die binnen Sekunden außer Kontrolle geriet. Ein unbekannter Zeuge sagte, er habe das Auto kommen sehen, es habe direkt auf den Bürgersteig gehalten und dann plötzlich beschleunigt; es sei mit mindestens hundert Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen, die Menschen seien durch die Luft geflogen.
Was dann folgte, war Flucht und Verwirrung zugleich. Der Fahrer stieg nach dem Aufprall aus und rannte zu Fuß davon. Ein Passant versuchte, ihn aufzuhalten, wurde dabei aber mit einem Messer verletzt und sagte später: „Ich habe zwei Hiebe abbekommen.“ Kurz darauf griffen Polizei, Carabinieri, Finanzpolizei und Rettungskräfte rund um den Tatort ein. Der Verdächtige, ein etwa 30 Jahre alter Mann, wurde wenig später festgenommen; auch er wurde bei dem Vorfall verletzt.
Der Fall trifft eine Innenstadt, die an Samstagnachmittagen besonders belebt ist. Auf der Via Emilia und in der Altstadt sind dann Familien, Touristen und Spaziergänger unterwegs, genau dort also, wo das Auto in die Menge fuhr. Der Bürgermeister von Modena, Massimo Mezzetti, sprach von einem dramatischen Vorfall und sagte, die Hintergründe müssten geklärt werden; unabhängig davon sei es ein äußerst schwerwiegender Vorfall. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, wäre es noch schwerwiegender, sagte er.
Die Ermittler haben bisher kein Motiv genannt. Genau darin liegt jetzt die Bruchstelle dieses Falls: Die Szene ist klar, die Gewalt ist dokumentiert, die Festnahme ist erfolgt — aber ob es sich um eine gezielte Attacke, eine andere Form von Gewalt oder um etwas ganz anderes handelt, ist offen. Für die Stadt bedeutet das vorerst vor allem eines: Absperrungen, Ermittlungen und die Frage, wie ein Samstag in der belebten Mitte von Modena so abrupt in Panik umschlagen konnte.

