Verteidigungsminister Martin Pfister hat am 12. Mai 2026 in Bern die Lage für die Schweiz als deutlich angespannter beschrieben. Bei der Generalversammlung der Handelskammer beider Basel sprach er von geopolitischen Umwälzungen und Brüchen, die nicht nur Risiken, sondern auch Chancen mit sich brächten.
Pfister stellte dabei einen Zusammenhang her, der für Basel unmittelbar greifbar ist: Der Rheinhafen Basel bewegt jedes Jahr 5 Millionen Tonnen Güter und gilt als Wirtschaftsfaktor und kritische Infrastruktur für die nationale Versorgung. Gerade in einer Zeit, in der die Handelskammer Basel-Stadt und Basel-Landschaft ihr 150-jähriges Bestehen feiert, bekam die Botschaft besonderes Gewicht. Die Kammer wurde 1876 gegründet und versteht sich seitdem als Forum für den Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Der Minister sagte, der Krieg sei 2022 mit Russlands militärischer Aggression gegen die Ukraine nach Europa zurückgekehrt. Auch die Schweiz sei davon direkt betroffen, nicht nur durch klassische Sicherheitsfragen, sondern durch Cyberangriffe, Spionage, Einflussaktivitäten und Desinformation. Nach seinen Worten ist auch die transatlantische Grundlage der europäischen Sicherheit fragiler geworden, während mehrere europäische Staaten ihre Verteidigungsfähigkeit rasch stärken.
Pfister ordnete die Lage zudem in einen größeren Krisengürtel ein. Der Nahe und Mittlere Osten seien Teil eines instabilen Krisenbogens rund um Europa, sagte er. Konflikte dort wirkten sich auf die Migration nach Europa und auf die Sicherheitslage der Schweiz aus. Für die Region Basel, deren Hafen und Versorgungswege stark in die nationale Logistik eingebunden sind, verknüpft sich damit eine sicherheitspolitische Frage direkt mit einer wirtschaftlichen.
Die Handelskammer nutzt ihr Jubiläumsjahr, um ihre Rolle als Vermittlerin zwischen den Interessen der Unternehmen und der Politik zu unterstreichen. Dass Pfister ausgerechnet vor diesem Publikum über verwundbare Lieferketten, hybride Bedrohungen und eine unsicherere europäische Ordnung sprach, zeigt, wie nah strategische Sicherheitsfragen inzwischen an den Alltag der Wirtschaft gerückt sind. Für Basel ist der Hafen damit nicht nur ein Umschlagplatz, sondern ein Prüfstein dafür, wie belastbar die Schweiz in einer unruhigen Umgebung bleibt.
