Lesen: Andreas Brehme und die WM 1990: Beckenbauers Team unter Druck

Andreas Brehme und die WM 1990: Beckenbauers Team unter Druck

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36 Jahre nach dem WM-Triumph in Italien haben und den Titelgewinn von 1990 als Werk einer echten Mannschaft beschrieben. Das Interview wurde vor der Veröffentlichung der Dokumentation „“ geführt, die am 15. Mai auf Sky und WOW anläuft und den Weg der deutschen Nationalmannschaft zum Titel nachzeichnet.

Deutschland wurde am 8. Juli 1990 mit einem 1:0 gegen Argentinien Weltmeister. Für Augenthaler war das mehr als nur ein Endspiel, sondern der Beweis, dass sich die Mannschaft in Italien anders zusammengefunden hatte als vier Jahre zuvor in Mexiko. „Es ist ein bisschen wehmütig, wenn man die Bilder wieder sieht, weil wir eine Mannschaft waren, im Gegensatz zu 1986 in Mexiko, wo wir Grüppchen waren und trotzdem ins Finale gekommen sind“, sagte er. Gleichzeitig stellte er klar: „Wir sind verdient Weltmeister geworden.“

Der Titel fiel in eine Zeit, in der Deutschland sich gerade neu ordnete. Aumann sagte, die Mannschaft habe damals etwas für das Land geschaffen. „Am Ende des Tages ist jeder von uns unglaublich stolz, dass er bei diesem Ereignis dabei war“, sagte er. „Denn wir haben damals auch was geschaffen für Deutschland.“

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Augenthaler machte den Einfluss von an der Seitenlinie zum entscheidenden Unterschied. Der frühere Kapitän sagte, Beckenbauer habe die Erfahrung aus der mit nach Italien genommen. „Aber er hat uns geschützt und hat sich mit den Journalisten angelegt“, sagte Augenthaler. „Er hat sich für uns eingesetzt.“ Auch kleinere Spannungen innerhalb der Mannschaft habe der Teamchef entschärft. Wenn Spieler nach einem Mannschaftsabend zu spät zurückgekommen seien, sei Beckenbauer nicht wütend geworden, sondern habe sie gestoppt und mit ihnen ein Bier getrunken.

Die Erinnerungen klingen heute freundlich, sind aber auch ein Kontrast zu dem, was Augenthaler über die Mannschaft von 1986 sagte: Damals seien es kleine Gruppen gewesen, nicht ein Block. Genau dieser Unterschied erklärt, warum das Team in Italien stabiler wirkte, auch unter dem Druck des Turniers und der Öffentlichkeit. Aumann brachte es mit einem Satz auf den Punkt, der weit über Fußball hinausreicht: „Es wird ja alles in Deutschland zuerst einmal in Schutt und Asche geredet.“

Dass die Gespräche jetzt vor dem Start der Dokumentation geführt wurden, gibt ihnen zusätzliches Gewicht. „Ein Sommer in Italien“ blickt auf einen Titel zurück, der in Deutschland bis heute mit Namen wie verbunden ist, aber für die Beteiligten offenbar noch immer vor allem eines bedeutet: Zusammenhalt. Wenn die Erinnerungen der beiden stimmen, dann war der WM-Sieg von 1990 nicht nur das Ergebnis einzelner Spieler, sondern das Produkt einer Mannschaft, die sich unter Beckenbauer gegen äußeren Druck abschirmte und genau dadurch Weltmeister wurde.

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