Lesen: Franz Beckenbauer und das Sommermärchen von 1990 in Italien

Franz Beckenbauer und das Sommermärchen von 1990 in Italien

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hat für Westdeutschlands Weltmeistermannschaft von 1990 mehr getan als Taktik und Organisation. Das sagen und in Erinnerungen an das Turnier in Italien, das am 8. Juli 1990 mit dem 1:0 gegen Argentinien und dem Titel endete.

Beckenbauer, damals Teamchef, brachte nach Augenthalers Darstellung die Erfahrung aus der WM 1986 in Mexiko mit und machte einen Unterschied, der in der Rückschau größer wirkt als jede einzelne Entscheidung am Spielfeldrand. Augenthaler sagte, der frühere Kapitän habe die Spieler geschützt und sich für sie mit Journalisten angelegt. Aumann erinnerte daran, wie sehr die Mannschaft in einem Sommer zusammenrückte, in dem Deutschland auf die Vereinigung zusteuerte.

Gerade dieser Hintergrund gibt den Rückblick auf 1990 heute Gewicht. Die Titelverteidigung kam nicht in einer ruhigen Zeit, sondern in einem Land, das sich veränderte. Aumann sagte, die Mannschaft habe in dieser Phase etwas für Deutschland geschaffen. Für viele war das nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch ein Moment, der in den politischen Umbruch hineinwirkte.

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Augenthaler stellte den Unterschied zur WM 1986 deutlich heraus. Damals habe er die Westdeutsche Mannschaft in Mexiko als Gruppen erlebt, nicht als geschlossene Einheit. 1990 sei das anders gewesen. Die Spieler hätten als Team funktioniert, und Beckenbauer habe diesen Zusammenhalt mitgeprägt. Auch eine kleine Szene aus dem Mannschaftsleben blieb hängen: Einige Spieler kamen von einem Abend mit Verspätung zurück, doch Beckenbauer bestrafte sie nicht, sondern trank mit ihnen ein Bier.

Der Blick auf diese Mannschaft kommt nicht zufällig jetzt. Aumann sagte, die Dokumentation „“ werde ab dem 15. Mai auf Sky und WOW verfügbar sein. Die Interviews mit Augenthaler und Aumann zeichnen damit nicht nur das Bild eines Turniers nach, sondern auch das eines Teams, das in 1990 enger war als die westdeutsche Auswahl vier Jahre zuvor und dessen Titel heute auch mit Beckenbauers Führungsstil verbunden wird.

Wenn 2026 die nächste WM näher rückt, bleibt von 1990 vor allem diese Erinnerung: Ein Team gewann in Italien, weil es geschlossen auftrat, und weil Beckenbauer die Spieler in einem aufgeheizten Umfeld abschirmte, statt sie zu zerreiben. Genau darin liegt für viele der Kern seines Erbes.

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