Bsg Chemie Leipzig hat in der Saison 2025 jedes Heimspiel ausverkauft. So etwas war seit der Einführung der Regionalliga in der Saison 2012/13 noch keinem Klub gelungen. Im Alfred-Kunze-Sportpark in Leutzsch war damit bei jedem Heimspiel Schluss, obwohl das Stadion eigentlich 20.200 Plätze hat.
Für die Fans ist die Zahl so eindrucksvoll wie schlicht: 4.999 Zuschauer durften wegen aktueller Vorgaben des Ordnungsamts bei Heimspielen in Leutzsch hinein, und genau diese Grenze wurde im Jahresverlauf immer wieder erreicht. Damit schrieb Chemie eine Serie, die in dieser Liga ihresgleichen sucht. Im vergangenen Jahr hatte der Verein bereits die beste durchschnittliche Kulisse seit 21 Jahren und zehn ausverkaufte Heimspiele verzeichnet, doch 2025 ging der Klub noch einen Schritt weiter.
Die Wucht der Entwicklung zeigt sich auch sportlich. Ende 2025 stand Chemie mit 13 Punkten aus 18 Spielen auf Rang 17, also drittletzter, in der Regionalliga Nordost. Erst im Winter übernahm Alexander Schmidt als neuer Cheftrainer, und unter ihm holte die Mannschaft 27 Punkte aus 15 Partien. Den Klassenerhalt sicherte sich Bsg Chemie Leipzig am vergangenen Wochenende mit dem sechsten Sieg in Serie.
Dass der Verein parallel sportlich kämpfte und auf den Rängen dennoch nie nachließ, macht die Saison zu einer besonderen. Chemie kam im Schnitt auf 4.999 Zuschauer pro Heimspiel und belegte damit Platz 58 in der deutschen Zuschauertabelle. Der Klub lag dort sogar vor sechs Drittligisten. Auch auswärts war Leutzsch auffällig stark unterwegs: Im Schnitt begleiteten 1.116 Fans die Mannschaft zu den Spielen, kein anderer Regionalligist in Deutschland kam auf einen höheren Wert.
Die Zahlen sind vor allem deshalb bemerkenswert, weil sie unter engen Bedingungen zustande kamen. Die Heimspiele in Leutzsch fanden unter den aktuellen Auflagen des Ordnungsamts statt, die den Zutritt auf 4.999 Besucher begrenzten. Dass dieser Rahmen bei jedem Spiel vollständig ausgeschöpft wurde, unterstreicht die Bindung zwischen Verein und Anhängern, aber auch das Problem, dass ein größerer Andrang im Stadion nicht zugelassen war.
Ein Blick auf die Liga zeigt, wie ungewöhnlich dieser Wert ist. Im bisherigen Regionalliga-Vergleich galt TSV 1860 München aus der Saison 2017/18 als Maßstab, als 15 von 17 Heimspielen vor 12.500 Zuschauern stattfanden. Ein Spiel gegen FV Illertissen war mit 12.200 Besuchern nicht ausverkauft, ein weiteres gegen 1. FC Nürnberg II fand wegen einer Sanktion nach dem Relegationsspiel gegen SSV Jahn Regensburg ganz ohne Zuschauer statt. Chemie übertraf diesen Benchmark in einem anderen Umfeld, aber mit derselben Konsequenz: Alle Heimspiele waren ausverkauft.
Am Samstag steht für den Klub der nächste Auftritt an. In Zwickau werden rund 2.000 Chemie-Fans erwartet. In der Auswärtsrangliste der Liga lag Grün-Weiß zuletzt auf Platz 42, doch auch dort reist der Verein mit einer Anhängerschaft an, die weit über die Regionalliga hinaus auffällt.

