Auf der A8 München Richtung Salzburg ist am Freitagmittag zwischen Bad Aibling und Rosenheim West ein schwerer Unfall passiert. Ein Klein-Lkw prallte nahe der Anschlussstelle Rosenheim West auf einen Sattelzug auf, nachdem der 25-jährige Fahrer aus Polen das Ende des Staus zunächst übersehen hatte und beim letzten Moment noch den Fahrstreifen wechseln wollte.
Der Fahrer des Kleintransporters wurde leicht bis mittelschwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Die Autobahn war für rund 30 Minuten komplett gesperrt, damit Unfallstelle und Fahrzeuge dokumentiert und geborgen werden konnten. Danach blieb die Strecke noch etwa 60 Minuten lang nur einspurig befahrbar. Zwei der drei Fahrstreifen waren an der Unfallstelle vollständig gesperrt, der Verkehr wurde an der Szene vorbeigeleitet, und ein Abschleppdienst war bereits unterwegs.
Die Polizei sprach von einem Zeitverlust von mehr als zwei Stunden auf der A8 Richtung Salzburg. Das traf eine Strecke, die an diesem Freitag ohnehin schon unter Druck stand: Die österreichischen Behörden führten nach dem Feiertag auf der A93 an der Grenze bei Kiefersfelden eine Lkw-Blockabfertigung durch, und schon kurz nach Beginn um 5 Uhr morgens war sehr dichter Verkehr zu sehen. Der Stau zog schnell bis zum Inntaldreieck und erreichte am Morgen die A8. Die Baustelle bei Reischenhart verschärfte die Lage zusätzlich. Während der Abfertigung kam es wegen der Verengung und des hohen Verkehrsaufkommens außerdem zu zwei Unfällen mit Sachschaden.
Gegen Mittag beendeten die österreichischen Behörden die Blockabfertigung an der Grenze, doch der Stau reichte noch immer über das Inntaldreieck auf die A8. Erst später hatte sich der lange Rückstau zwischen Rosenheim West und dem Irschenberg wieder aufgelöst. Die Unfallstelle war da bereits geräumt, der schwer beschädigte Klein-Lkw abtransportiert. Am frühen Nachmittag wurde die Abfertigung an der Grenze wegen eines Unfalls am Brenner noch einmal für eine Stunde aufgenommen, auf bayerischer Seite meldeten die Behörden daraus aber keine nennenswerten neuen Störungen. Für die A8 Richtung Salzburg blieb die Lage rund ums Inntaldreieck dennoch weiter angespannt.
Der Unfall am Freitag zeigte, wie eng der Verkehrsknoten im Süden Bayerns inzwischen zusammenhängt: Ein einzelner Auffahrunfall reichte, um auf einer ohnehin belasteten Strecke sofort mehr als zwei Stunden Verzögerung auszulösen. Wer Richtung Salzburg unterwegs war, geriet damit mitten in einen Stau, der nicht erst an der Unfallstelle begann, sondern schon an der Grenze bei Kiefersfelden seinen Ursprung hatte.

