Lesen: Christiane Rösinger über das Alter: Warum sie die Angst vor dem Älterwerden belächelt

Christiane Rösinger über das Alter: Warum sie die Angst vor dem Älterwerden belächelt

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ist 65 und hat ein Buch über das Älterwerden geschrieben, das zugleich als Anleitung zur Gelassenheit gelesen werden kann. In , das 2026 bei in Hamburg erscheint, wirbt sie für einen entspannteren Blick auf das Alter — gerade für Frauen, die nach ihrer Beobachtung ständig unter Druck stehen, etwas an sich zu verändern, damit sie nicht alt aussehen.

Rösinger sagt, viele 40-Jährige machten sich heute schon Sorgen ums Älterwerden. Als 65-Jährige finde sie das ein wenig lächerlich, sagte sie, auch wenn sie selbst davon nicht völlig frei sei. Sie wollte nach eigenen Angaben eine gewisse Entspanntheit in die Sache bringen. Besonders bei Frauen setze der Druck früh ein; schon ab etwa 35 erwarte man eine gewisse Damenhaftigkeit, und diese Erwartungen habe sie meist ignoriert.

Mit dem Alter, sagt Rösinger, verändere sich auch ihr Blick auf das eigene Leben. Sie werde deutlich weniger tolerant gegenüber schwerem Trinken, weil sie sich nach einer feuchtfröhlichen Nacht inzwischen drei Tage lang schlecht fühle. Ausgehen sei für sie uninteressant geworden, wenn sie weniger oder gar nichts trinke. Rückblickend meint sie sogar, sie hätte früher mit Exzess und nächtelangem Durchsaufen aufhören können. Das alles steht in einem Buch, das 288 Seiten hat und ausdrücklich nicht nur vom Älterwerden handelt, sondern auch von dem, was das Älterwerden im Alltag mit sich bringt.

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Rösinger passt mit diesem Ton zu einer Laufbahn, die immer zwischen Pop, Literatur und Bühne verlief. Sie gründete 1988 in Berlin mit und die , zehn Jahre später die Band . Es folgten die Soloalben Songs of L. and Hate 2010 und Lieder ohne Leiden 2017, dazu ihr Auftreten als Theaterregisseurin, unter anderem mit Die grosse Klassenrevue 2023 und Leben im Liegen 2025 am HAU in Berlin. Auch als Schauspielerin im war sie zu sehen. Schon zuvor hatte sie 2008 die Memoiren Das schöne Leben und 2012 das Anti-Liebes-Ratgeberbuch Liebe wird oft überbewertet veröffentlicht.

Dass The Joy of Ageing auch ein Berlinbuch ist, gehört für Rösinger dazu. Sie kam in den 1980er-Jahren nach Berlin und sagt, die Stadt habe sich extrem verändert. Auch die Pandemie habe ihre aktiveren Ausgehjahre endgültig abgeschlossen. Zwischen der Stadt, der Musik und dem Älterwerden zieht sie damit eine Linie, die nicht nostalgisch klingt, sondern nüchtern. Die eigentliche Antwort auf die Frage, was ihr Buch will, ist klar: Es verteidigt das Recht, älter zu werden, ohne sich dafür zu entschuldigen.

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