Das Blockhaus steht am 15. Mai 2026 wieder im Zentrum des Giro d’Italia. Die 7. Etappe endet auf dem Berg in den Abruzzen, ist 244 Kilometer lang und bringt rund 4.600 Höhenmeter mit sich. Für die Klassementfahrer dürfte es der erste große Schlagabtausch des Rennens werden.
Der Schlussanstieg misst 13,6 Kilometer, führt über 1.141 Höhenmeter und hat im Schnitt 8,4 Prozent Steigung. Jonas Vingegaard brachte die Aufgabe auf den Punkt: „Der Blockhaus ist ein Anstieg, an dem man sich nicht verstecken kann“. Er ergänzte: „Es wird sicher einen Kampf der Klassement-Favoriten geben“.
Das macht die Etappe besonders, weil das Blockhaus im Giro zwar nicht oft vorkommt, aber eine lange Erinnerung hinterlassen hat. 2026 ist es die neunte Mal, dass der Berg im Giro-Programm steht. Seinen ersten Auftritt hatte er 1967, als Eddy Merckx dort gewann. Fünf Jahre später verlor Merckx auf einem bergauf führenden Zeitfahren zum Blockhaus 2:36 Minuten an José Manuel Fuente.
Der Berg tauchte zuletzt 2017 und 2022 im Giro auf. 2017 gewann Nairo Quintana dort solo, während Tom Dumoulin seinen Rückstand in Grenzen hielt und den Giro erst im abschließenden Zeitfahren nach Mailand für sich entschied. 2022 siegte Jai Hindley am Blockhaus und holte später auch das Rosa Trikot insgesamt. „Es war ein verdammt langer Anstieg, Mann“, sagte Hindley damals. Mit Blick auf die Bedeutung der Etappe fügte er hinzu: „Es wird superwichtig, der erste echte Test“.
Gerade die Fahrt vom Roccamorice-Anstieg gilt als die anspruchsvollste Variante des Blockhaus. Der Weg wird oft mit einem italienischen Mont Ventoux verglichen, weil die Steigung über lange Abschnitte hart bleibt und der Berg in zwei Teile zerfällt. Nach dem Hotel Mamma Rosa öffnet sich die Strecke, und genau dort werden Wind, Rhythmus und Kraft noch einmal neu sortiert.
Dass der Giro ausgerechnet nach einem womöglich härtesten Tag der Rundfahrt am Blockhaus ankommt, schärft den Wert dieser Etappe zusätzlich. Wer hier schon wackelt, verliert nicht nur Zeit, sondern auch die Möglichkeit, den Ton im Rennen früh zu setzen. Für die Favoriten ist der Berg kein Ort für Zurückhaltung. Er ist der erste echte Maßstab.

