Alexander Blessin steht definitiv auf der Liste. Wenn der FC St. Pauli am Samstag um 15.30 Uhr gegen den VfL Wolfsburg gewinnt, könnte das Spiel in Hamburg den nächsten harten Schnitt für beide Klubs auslösen. Für Wolfsburg geht es um den Verbleib in der Bundesliga, für St. Pauli um die letzte Luft im Abstiegskampf.
Michael Theuerkauf, der den VfL Wolfsburg für die Braunschweiger Zeitung beobachtet, rechnete damit, dass Wolfsburg auf einen Sieg und sogar auf einen verhältnismäßig deutlichen Sieg gehen werde. Der frühere Profi verwies darauf, dass der VfL zugleich auf 1. FC Heidenheim schauen müsse, das parallel zu Hause gegen Mainz 05 spielt. Beide Mannschaften brauchen einen Erfolg, um sich vor dem Gang in die zweite Liga zu retten.
Der Hintergrund macht die Partie noch schwerer. Die Begegnung wird als Existenzspiel für beide Seiten gelesen, und Wolfsburg würde bei einem Abstieg nicht nur sportlich abstürzen. Der Klub müsste nach den vorliegenden Angaben im Sommer mit einem großen Umbau rechnen, der weit über eine einfache Korrektur hinausgeht. In dieser Lage zählt jedes Ergebnis doppelt, weil es direkt die Richtung für die kommende Saison vorgibt.
Theuerkauf zeichnete dabei ein Bild von Wolfsburg, das sich unter Dieter Hecking verändert habe. Früher sei der VfL eine Schießbude gewesen, unter Hecking werde deutlich konsequenter und klarer verteidigt. Auch Disziplin sei ein großer Faktor, sagte er, und jeder, der Hecking kenne, wisse, wie viel Wert der Trainer darauf lege. Genau diese Ordnung wird Wolfsburg nun brauchen, weil die Fehler in einem Spiel wie diesem sofort bestraft werden.
Der eigentliche Druck liegt aber nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Zukunft des Vereins. Für den Fall eines Abstiegs sind für Wolfsburg laut der vorliegenden Darstellung noch größere Veränderungen zu erwarten, als sie ohnehin schon geplant sind. Im Raum steht eine massive Neuordnung, die den Kader, die Struktur und wohl auch die wirtschaftliche Basis des Klubs treffen würde. Das Budget könnte dabei von 80 bis 90 Millionen Euro auf 50 bis 60 Millionen Euro sinken.
Genau deshalb ist das Duell am Samstag mehr als ein weiterer Termin im Kalender. Es verbindet den unmittelbaren Kampf um Punkte mit der Frage, wie tief der Einschnitt am Ende ausfällt. Wolfsburg muss gewinnen, St. Pauli muss gewinnen, und Heidenheim spielt parallel seinen eigenen Teil in einem Abstiegsrennen, das an diesem Nachmittag gleich an mehreren Orten entschieden werden kann.
