Jonathan Milan konnte nicht verstehen, warum auf einer Sprintetappe des Giro d'Italia 2026 eine 180-Grad-Kopfsteinpflasterkurve so nah am Ziel platziert worden war. Auf der sechsten Etappe rutschten mehrere der führenden Fahrer in der letzten Kurve aus, die weniger als 400 Meter vor dem Ziel lag.
Die Etappe zwischen Paestum und Neapel war ein ultra-flacher Tag, der eigentlich für die Sprinter reserviert schien. Doch im feinen Regen wurde der Massensprint auf der Straße vor dem Ziel auseinandergerissen, selbst wenn die schweren Folgen ausblieben: Es gab keine größeren Verletzungen.
Davide Ballerini gewann die Etappe für XDS-Astana, Jasper Stuyven wurde für Soudal Quick-Step Zweiter, Paul Magnier rettete für das Team noch Platz drei. Für Milan war das Ergebnis weniger wichtig als die Frage, warum der entscheidende Knackpunkt überhaupt dort lag, wo er lag. Er sagte: „I really can't understand it,“ und machte damit seinen Frust über die Streckenführung deutlich.
Gerade weil der Giro nach Einschätzung des Rennens nur vielleicht vier Sprinttage bietet, wiegt jeder verlorene Anlauf für die schnellen Fahrer schwerer. Der Zielbereich lag laut Beschreibung rund 300 Meter hinter der Kurve, und genau diese Distanz reichte an diesem Tag, um aus einer klaren Sprintentscheidung einen chaotischen Schlussabschnitt zu machen. Für die Sprinter bleibt damit vor allem die Erkenntnis, dass selbst auf einer flachen Etappe die Route die Entscheidung diktieren kann.

