Ab dem 1. Juli fliegt Lufthansa nicht mehr von Frankfurt nach Bremen. Der letzte planmäßige Flug auf der Strecke startet am 30. Juni um 21.40 Uhr in Frankfurt und soll um 22.35 Uhr in Bremen landen.
Für Bremen ist das mehr als der Verlust einer Verbindung. Nach Angaben des Senats nutzten rund 5.000 Passagiere die etwa 35 wöchentlichen Abflüge, und Frankfurt ist nach München Bremens zweitwichtigstes Drehkreuz. André Grobien nannte den Wegfall für eine der außenhandelsorientiertesten Regionen Deutschlands einen schweren Schlag. Jörg Müller-Arnecke sagte, die Verbindung Bremen–Frankfurt sei keine Luxusverbindung, sondern eine essenzielle Lebensader für Wirtschaft, Wissenschaft und internationale Erreichbarkeit der Region.
Lufthansa begründet den Schritt mit einer Überprüfung der Wirtschaftlichkeit aller Verbindungen. Ein Sprecher sagte, die Entscheidung sei nicht leichtfertig getroffen worden und die Strecke sei auch für die Airline eine Traditionsroute. Nach Angaben des Unternehmens gehörte sie zu den am wenigsten profitablen ein Prozent des Netzes. Zugleich verweist Lufthansa darauf, dass Bremen weiter fünfmal täglich mit München, viermal wöchentlich mit Zürich und viermal wöchentlich mit Wien verbunden bleibe.
Hinzu kommt die Alternative auf der Schiene. Lufthansa nennt bis zu zwölf tägliche Express-Rail-Verbindungen vom Bremer Hauptbahnhof zum Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen. Für die Reisenden ist der Vergleich trotzdem unmissverständlich: Die Fahrt per Auto oder Bahn dauert rund fünf Stunden, der Flug 55 Minuten, bevor Wege, Kontrollen und Umstiege beginnen.
Der Einschnitt fällt in eine Phase, in der Lufthansa das gesamte Netz unter Druck überprüft. Das Unternehmen verweist auf steigende Treibstoffpreise, hohe Standortgebühren, Streikkosten und 24 Flugzeuge weniger nach der frühen Stilllegung von Cityline. Gerade deshalb wiegt der Verlust der Frankfurt-Strecke in Bremen besonders schwer: Die Anbindung an die großen Hubs bleibt, aber das direkte Tor zum wichtigsten deutschen Umsteigeflughafen fällt weg.
Ein Lufthansa-Sprecher sagte, es gebe bislang keine massenhaften Stornierungen. Für Bremen ist das vor allem eine kurze Momentaufnahme. Ab dem 1. Juli muss sich die Region auf Umwege einstellen, wenn der direkte Sprung nach Frankfurt nicht mehr in 55 Minuten möglich ist.

