Zwei SNP-Abgeordnete haben am Morgen ihren Rücktritt aus dem House of Commons eingereicht, während sie in Holyrood den Eid auf das schottische Parlament ablegen sollen. Stephen Flynn und Stephen Gethins wechseln damit nach ihren Siegen bei der Wahl 2026 endgültig von Westminster ins schottische Parlament.
Für beide Sitze ist damit der Weg für Nachwahlen frei. Die SNP teilte mit, die Partei habe bereits das Verfahren eingeleitet, damit in beiden Wahlkreisen die entsprechenden Writs bewegt werden können. In Holyrood legen die MSPs an diesem Morgen den Treueeid ab; danach folgt die Wahl des nächsten Presiding Officer.
Flynn war seit 2019 Abgeordneter für Aberdeen South und früherer Westminster-Fraktionschef der SNP. Bei der Wahl 2026 gewann er Aberdeen Deeside and North Kincardine. Gethins saß zuvor als Abgeordneter für Arbroath and Broughty Ferry im Unterhaus und wurde nun in Dundee City East in das schottische Parlament gewählt. Mit ihren Rücktritten werden in Aberdeen South und Arbroath and Broughty Ferry zwei Sitze vakant, was den Nachwahlprozess auslöst.
Flynn sagte, seine Zeit in Westminster über sechs und ein halbes Jahr sei eine Ehre gewesen. Er fügte hinzu, er sei stolz darauf, nun wieder von zu Hause aus im nationalen Parlament Schottlands dienen zu können. Er sagte auch, er sei in Westminster in der „chaos of Brexit“ angekommen und verlasse es nun, während es von der „chaos of Starmer“ beherrscht werde. Für ihn habe sich an der Unruhe der Machtzentren wenig geändert, auch wenn sich die Namen an der Spitze verändert hätten.
Der frühere Westminster-Chef sagte zudem, seine Arbeit beginne erst jetzt. Er werde in Holyrood die Interessen der Öl- und Gasarbeiter verteidigen und gleichzeitig dafür eintreten, dass neben ihren „world class jobs“ auch neue, erstklassige Stellen im Bereich erneuerbarer Energien entstehen. Flynn lobte John Swinney und die SNP dafür, ernsthafte Führung für Schottland gezeigt zu haben.
Gethins sagte, die Partei habe richtig gehandelt, indem sie die Nachwahlen so schnell wie möglich ermöglicht habe. Das stehe in deutlichem Gegensatz zum „crisis-ridden Westminster“, sagte er. Es sei eine Ehre gewesen, Arbroath and Broughty Ferry zu vertreten, und er freue sich sehr darauf, die Menschen von Dundee City East in Holyrood zu repräsentieren. Für die SNP ist der Ablauf klar: erst der Wechsel ins Parlament in Edinburgh, dann die offenen Sitze in Westminster, dann die Nachwahlen.

