FC Brentford hat die Verpflichtung von Jannik Schuster von Red Bull Salzburg am Freitag abgeschlossen. Der Innenverteidiger unterschrieb einen Vertrag bis 2031 und wechselt nach Angaben aus dem Umfeld des Transfers für rund 18 Millionen Euro plus bis zu zwei Millionen Euro an Bonuszahlungen. Am Samstag wird Schuster 20 Jahre alt.
Für Salzburg ist es der nächste Abgang eines Defensivtalents in einem Sommer, in dem schon Joane Gadou für mindestens 19,5 Millionen Euro zu Borussia Dortmund wechseln soll. Der Schuster-Deal würde Salzburgs Verteidiger-Abgänge in der Klub-Historie weiter nach oben schieben und läge vorerst auf Rang vier. In dieser Größenordnung bewegte sich zuletzt nur ein kleiner Kreis: Duje Caleta-Car ging einst für 19 Millionen Euro nach Marseille, RB Leipzig zahlte in der Saison 2016/17 18,5 Millionen Euro für Dayot Upamecano, der damals 18 Jahre alt war.
Schuster war erst im vergangenen Sommer aus dem FC Liefering in Salzburgs Profikader aufgerückt. Anfangs kam er noch sporadisch zum Einsatz, teilweise spielte er weiterhin für die Reserve. Ab November wurde er dann fast durchgehend Stammspieler, seit dem Frühjahr ist er als Innenverteidiger gesetzt. In seinen letzten zehn Bundesliga-Partien stand er neunmal länger als 90 Minuten auf dem Platz. Der österreichische U21-Nationalspieler hat damit in kurzer Zeit genau jene Entwicklung genommen, die Salzburgs Geschäftsmodell seit Jahren prägt: Talente schnell hochziehen, ihnen Minuten geben und sie dann teuer weiterverkaufen.
Dass Brentford nun so tief in die Tasche greift, zeigt auch den Wert, den der Klub dem Innenverteidiger beimisst. Die Abwehr der Londoner baut gewöhnlich auf Kapitän Nathan Collins und dem früheren Bundesliga-Profi Sepp van den Berg auf. Mit 51 Punkten und Platz acht in der Premier League bei noch zwei verbleibenden Spieltagen war Brentford zudem in Reichweite eines Europacup-Platzes, was den Bedarf an mehr Tiefe im Kader erhöhen könnte. Für Salzburg kommt der Transfer außerdem zu einem Zeitpunkt, an dem Schusters Marktwert aus dem Dezember bei 3,5 Millionen Euro liegt und sich mit dem nächsten Update Ende Mai deutlich erhöhen soll.
Der schnelle Anstieg erklärt, warum Salzburg ihn erst im Sommer in den Profikader hochzog, obwohl er bis in den Herbst hinein nur wenige Spiele machte. Seit dem Frühjahr hat er sich im Zentrum der Abwehr festgespielt und dabei unter anderem Gadou aus dem Kader verdrängt. Genau dieser Sprung macht den Deal für Brentford plausibel und für Salzburg lukrativ zugleich: ein Spieler, der vor wenigen Monaten noch als Ergänzung galt, verlässt den Klub nun für eine Summe, die weit über seinem bisherigen Marktwert liegt und sich mit Boni noch weiter erhöhen kann.

