Eintracht Frankfurt muss im Saisonfinale auf Nicole Anyomi verzichten. Die 26 Jahre alte Angreiferin fällt wegen einer Oberschenkelverletzung für das Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin am Sonntag um 14 Uhr aus.
Für Frankfurt ist das ein harter Ausfall in einem Spiel, das den Schlusspunkt einer Saison setzt, in der Anyomi die Offensive fast allein trug. Sie ist mit 21 Toren und 13 Vorlagen in 32 Pflichtspielen Frankfurts beste Scorerin, stand seit 2020 für den Klub auf dem Platz und kommt insgesamt auf 131 Pflichtspiele, 62 Treffer und 35 Assists. Auch in den beiden vorherigen Liga-Jahren war sie jeweils Frankfurts beste Torschützin. Im ersten Jahr des UEFA Women's Europa Cup war Anyomi mit vier Toren und zwei Vorlagen in fünf Spielen ebenfalls die erfolgreichste Frankfurterin.
Der Ausfall bekommt zusätzliches Gewicht, weil Frankfurt zum Abschluss nicht nur auf Anyomi verzichten muss. Auch die Abgänge von Géraldine Reuteler, Nadine Riesen und Elisa Senß gehören zu dem personellen Umbruch am Saisonende. Nach dem Heimspiel gegen Union Berlin sollen die Spielerinnen offiziell verabschiedet werden.
Anyomi prägt Frankfurt seit ihrem Wechsel 2020 nicht nur im Verein, sondern auch in der Nationalmannschaft. Für Deutschland debütierte sie ebenfalls 2020, inzwischen stehen 34 Einsätze und vier Tore für die A-Nationalmannschaft in ihrer Bilanz. Frankfurt hat sie in dieser Zeit zur prägenden Angreiferin entwickelt, Deutschland eine flexible Stürmerin mit Abschlussqualität.
Der Klub machte deutlich, dass die Kommunikation über das nächste Ziel der Spielerinnen nicht von Frankfurt kommen soll, sondern von den aufnehmenden Vereinen. Für die Eintracht endet damit eine Phase, in der mehrere bekannte Namen gleichzeitig gehen und die Mannschaft nach dem letzten Spiel der Saison neu sortiert werden muss. Ohne Anyomi verliert Frankfurt zum Schluss nicht nur seine gefährlichste Torschützin, sondern auch die Spielerin, die die letzten Jahre im Angriff definiert hat.
