Lesen: Svenja Huth und der Abgang der Besten: Warum die Frauen-Bundesliga verliert

Svenja Huth und der Abgang der Besten: Warum die Frauen-Bundesliga verliert

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Am Donnerstag steigt in Köln das 46. DFB-Pokalfinale der Frauen zwischen und , doch der Blick geht schon weiter als auf das Spiel um 16 Uhr. Rund um das Endspiel verdichten sich die nächsten Abgänge aus der Frauen-Bundesliga: verlässt Wolfsburg im Sommer und wechselt zu FC Liverpool, wird Bayern voraussichtlich in Richtung FC Arsenal verlassen, und auch bei anderen Spitzenteams setzt sich der Umbruch fort.

Besonders deutlich wird das bei . Der Verein bestätigte am Dienstag, 12.05.2026, dass nach der Saison geht. Die Offensivspielerin hat für Hoffenheim in 46 Pflichtspielen 34 Treffer erzielt. Larissa Mühlhaus ist bereits von Werder Bremen zu Eintracht Frankfurt gewechselt, Paulina Krumbiegel kam von Juventus Turin nach Frankfurt, Lisanne Gräwe zieht es zu Union Berlin, Nicole Anyomi wird mit einem Wechsel zu Paris FC in Verbindung gebracht, und Elisa Senß will ebenfalls verändern und dürfte ins Ausland gehen.

Die Liste zeigt, wie schnell sich das Kräfteverhältnis verschiebt. Nicht nur einzelne Vereine verlieren Leistungsträgerinnen, sondern die Liga selbst steht unter Druck, weil immer mehr Spitzenkräfte andere Optionen wählen. Vor allem England und die USA locken mit besseren Gehältern und professionelleren Bedingungen als die Frauen-Bundesliga. Genau dort liegt der Kern der Entwicklung, die in diesen Tagen sichtbar wird: Die besten Spielerinnen bleiben nicht mehr automatisch in Deutschland, wenn anderswo mehr Geld, mehr Struktur und mehr Perspektive warten.

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, der den Markt seit Jahren beobachtet, formuliert es so: „Ähnlich wie bei den Männern zieht es auch bei den Frauen die besten Spielerinnen in die finanzstärkste Liga der Welt mit den besten professionellen Voraussetzungen.“ Er ergänzte, dass England und die USA inzwischen bei Gehältern und Infrastruktur klar vorne lägen. Über einen Wechsel in die US-Profiliga sagte er zugleich: „Da bremst die Distanz, spielen die politische Situation und der Salary Cap eine Rolle.“

Gerade deshalb wirkt der aktuelle Aderlass in Deutschland so schwer. Wenn eine Topspielerin wie Cerci geht, wenn Wolfsburg und Bayern um ihre Leistungsträgerinnen bangen und wenn selbst junge Talente wie Gräwe, Mühlhaus oder Krumbiegel neue Wege suchen, dann ist das kein Zufall mehr. Es ist ein Markt, der sich neu sortiert, während die deutsche Liga versucht, im Wettbewerb mit den finanziell stärksten Clubs der Welt nicht weiter zurückzufallen.

Die nächste Antwort kommt auf dem Platz, aber die eigentliche Frage steht schon vorher: Kann die Frauen-Bundesliga ihre besten Namen noch halten, wenn der Ruf aus England und anderen Ligen lauter wird? Während in Köln um den Pokal gespielt wird, entscheidet sich im Hintergrund, wie groß der Abstand zu den Ländern wird, die den Takt inzwischen vorgeben. Die vierte Ausgabe der DFB Women’s Week soll den Fokus zwar auf den Frauenfußball von der Basis bis zur Spitze lenken, doch die aktuellen Wechsel zeigen vor allem eines: Die Spitze selbst wird immer schwerer zu halten.

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