Lesen: Iranische Fußballnationalmannschaft spielt bei WM trotz neuer Vorwürfe

Iranische Fußballnationalmannschaft spielt bei WM trotz neuer Vorwürfe

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sitzt in einer Zelle in einem Gefängnis südlich von Teheran, und gegen den 19-jährigen Fußballer des wurde ein vom Obersten Gericht bestätigtes Todesurteil verhängt. Während sein Schicksal offen vor den Augen der Fußballwelt hängt, tritt die Iranische Fußballnationalmannschaft bei der laufenden WM in Amerika an.

Der Moment, der den Fall jetzt wieder in den Mittelpunkt rückt, ist simpel: Am 16. Juni spielt Iran in Los Angeles sein erstes Spiel gegen Neuseeland, danach folgen in der Vorrunde Partien gegen Belgien und Ägypten. Für ein Land, das sich bereits mehrmals für die Weltmeisterschaft qualifiziert hat und dreimal Asienmeister war, ist die Bühne groß; für jene, die die Lage im Inneren verfolgen, fällt sie mit Berichten über Gewalt gegen Fußballer zusammen.

Mindestens neun weitere Fußballer sitzen nach denselben Angaben derzeit in Gefängnissen im Iran. Fast alle von ihnen sollen an den Protesten teilgenommen haben, die Anfang des Jahres vom iranischen Regime brutal niedergeschlagen wurden. Unter den Toten befinden sich mindestens 44 Fußballer, allesamt Profisportler, die in diversen Vereinen quer durch das Land gespielt haben. Allein am 8. und 9. Jänner sollen so viele von ihnen getötet worden sein, dass man zwei volle Mannschaften bilden hätte können.

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Die Zahl wirkt umso schwerer, weil sie sich nicht auf eine abstrakte Bilanz reduziert. Die NGO mit Sitz in Oslo rechnet insgesamt mit mindestens 216 getöteten Athleten, dazu kommen sechs bisher hingerichtete Sportler. Ehsan Hoseinipour Hesarlou steht damit nicht für einen Einzelfall, sondern für ein Muster, das sich durch die Berichte über die Niederschlagungen zieht.

nennt das „Stilles Schlachten“. Die Irans beste Eisklettererin, die 2014 für Iran die erste Medaille bei einem internationalen Wettbewerb in ihrer Disziplin holte und seit 2021 in Norwegen lebt, sagt, sie und ihr Team hätten allen geschrieben, darunter , , das Fifa-Safeguarding Department und . Niemand habe reagiert, sagt sie, und die Fifa schweige komplett dazu.

Genau dort liegt der Bruch, den die WM sichtbar macht: Auf dem Rasen läuft ein Weltturnier, während im selben Land Fußballer getötet, inhaftiert und zum Teil mit Todesurteilen belegt werden. Dass Iran trotzdem in der Vorrunde antreten kann, macht die Frage nicht kleiner, sondern drängender, wie lange der internationale Fußball diese Fälle noch als Randnotiz behandeln will.

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