Japan hat für die Weltmeisterschaft auf Zion Suzuki gesetzt, und der 21-Jährige steht damit im Zentrum einer Geschichte, die über eine gewöhnliche Nominierung hinausgeht. Der Keeper ist nicht nur der Torwart der japanischen Nationalmannschaft, sondern auch der einzige Spieler im Kader, der nicht in Japan geboren wurde.
Dass gerade Suzuki jetzt gesucht wird, liegt an der Kombination aus Alter, Rolle und Herkunft. Er wurde am 21. August 2002 in New Jersey geboren, wuchs aber in Japan auf, wo er mit dem Fußball begann. Für Japan wurde er 2022 erstmals in die A-Nationalmannschaft berufen, knapp einen Monat vor seinem 20. Geburtstag, und gewann im selben Jahr mit dem Team das Ostasien-Fußballchampionat 2022. Nun rückt er als möglicher Stammkeeper für das Mundial 2026 in eine Gruppe von Torhütern, zu der auch Bart Verbruggen gehört, der am 18. August 2002 geboren wurde. Damit gehört Suzuki zu den jüngsten Torhütern, die im Turnier eine führende Rolle spielen könnten.
Sein Weg erklärt, warum diese Berufung mehr ist als ein normales Kaderdetail. 2019 rückte Suzuki mit 17 Jahren in die erste Mannschaft von Urawa Reds auf, kam in der Saison selbst aber nicht zum Einsatz. Im folgenden Jahr wurde er dann Stammkeeper in der Copa de la Liga de Japón, und Urawa Reds erreichte die Halbfinals. Zwei Jahre später ging er auf Leihbasis in die belgische Liga, ehe seine Leistungen den Wechsel zu Parma auslösten. Dort wurde er sofort zur Nummer eins und half dem Klub, mit ihm im Kader zwei Mal in Serie die Klasse zu halten.
Genau an dieser Stelle liegt die Reibung in Suzukis Geschichte. Er ist der einzige Spieler im japanischen WM-Kader, der nicht in Japan geboren wurde, und zugleich der einzige im Aufgebot, der in Italien spielt. Trotzdem führt ihn Hajime Moriyasu als Torwart für Japan in das Turnier, und das macht seine Rolle besonders sichtbar: Ein Spieler, der als Kind nach Japan kam, dort ausgebildet wurde und nun für das Land auf der größten Bühne des Fußballs steht.
Für Japan ist das mehr als ein Symbol. Suzuki bringt internationale Erfahrung mit, ist aber zugleich noch jung genug, um im Verlauf des Turniers zu einem der jüngsten Torhüter zu werden, die 2026 auf dieser Bühne stehen. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob er im Kader seinen Platz hat. Sie ist, wie schnell er sich im WM-Druck als die feste Nummer im Tor behauptet.

